Kein Star hat Bock, bei Trumps Amtseinführung zu spielen

Bei Obama sang Beyoncé, Trump bekommt bestenfalls Kid Rock.
Foto: Paul Sancya/AP

Nur noch fünf Wochen, dann ist Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Wenn Trump am 20. Januar 2017 in Washington steht, seine Hand auf die Bibel legt und bei Gott schwört, sein Amt nach bestem Wissen und Gewissen auszufüllen, soll es natürlich auch ein bisschen gefühlig werden. Was fürs Herz halt, fürs Volk, man kennt das.

Doch ausgerechnet bei diesem Teil des großen Plans scheint das Team um Trump größere Schwierigkeiten zu haben. Denn es lässt sich einfach kaum jemand finden, der bereit wäre, dem neuen Präsidenten ein Ständchen zu singen.

Nicht, dass er niemanden hätte. Auf jeden Fall haben sich schon vor Monaten die berühmten Schmeichelstimmen Kid Rock („American Bad Ass“, „I Am the Bulldog“, „Cold and Empty“) und Ted Nugent („“Fred Bear“, „Snakeskin Cowboys“) bereit erklärt, für Präsident Trump zu singen.

Die 16-jährige Jackie Evancho, Ex-Teilnehmerin von „America’s Got Talent“, wird (möglicherweise zusammen mit dem blinden italienischen Tenor Andrea Bocelli) die amerikanische Nationalhymne singen.

Doch Trumps Team hätte schon gerne noch den ein oder anderen Namen, der auch außerhalb der Südstaaten ein Begriff ist. Und so werden gerade sehr viele Musiker, deren Agenten, Booker und Manager von Trumps Team gefragt, ob sie nicht vielleicht Lust hätten, bei Trumps Amtseinführung aufzutreten oder namhafte Künstler für diese Auftritte ranzuschaffen – auf einem der vielen Bälle an diesem Abend, bei der Amtseinführungszeremonie selbst, es gibt viele musikalische Leerstellen, die gefüllt werden müssen. Doch bislang ist das Ergebnis der Bemühungen eher mager. Verschiedene Webseiten berichten, dass Trump die Reality-TV-Jurorin Gwen Stefani angefragt hat. Auch Elton John wurde schon gefragt, woraufhin dieser sich bemüßigt sah, seine Absage in GROSSBUCHSTABEN  der Welt mitzuteilen.

Nicht mal eine High School Marching Band aus Washington konnte Trumps Team bislang dazu bringen, bei der Amtseinführung zu spielen. Und Schulbands sind eher nicht dafür bekannt, sich größere Auftritte in der Öffentlichkeit durch die Lappen gehen zu lassen. Wenn der Präsident fragt, müssten die eigentlich jubeln.

Inzwischen scheint Trumps Team so verzweifelt zu sein, dass sie nicht nur sechsstellige Summen als Gagen in Aussicht stellen, sondern mindestens zwei Bookern schon einen lukrativen Botschafter-Posten angeboten haben, sollten sie die passenden Künstler ankarren. Dieser Vorwurf ist zumindest in einem aktuellen Stück der Entertainment-News-Seite The Wrap zu lesen, die sich dabei auf einen anonymen Insider bezieht. Dessen Aussagen können deshalb nicht überprüft werden, und Trumps Team bestreitet die Vorwürfe.

Vielleicht wäre so ein Booker als Botschafter ja aber auch eine gute Wahl: Wer einen unwilligen Star dazu bringen kann, für Donald Trump zu singen, der kann doch bestimmt locker amerikanische Interessen im Ausland vertreten... 

Seinem Vorgänger Barack Obama fiel es nicht ganz so schwer, Stars zu finden, die bei beiden Amtseinführungen für ihn auftraten. Bei seiner ersten Amtseinführung sang Aretha Franklin in Begleitung ihres berühmten Hutes „My Country, Tis of Thee“, auch Yo-Yo Ma und Itzhak Perlman traten auf. Beim anschließenden „Inauguration Ball“ sang Beyonce Etta James berühmten Song „At Last“.  

Bei der zweiten Amtseinführung traten sich die Stars geradezu auf die Füße. Es sangen unter andere Jennifer Hudson, Alicia Keys, Smokey Robinson, Soundgarden und Stevie Wonder.

chwa

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