Trump kaufte ein Porträt von sich selbst – als General

Von Geld, das für wohltätige Zwecke bestimmt war.

Kurzes Ratespiel: Jemand kauft sich von Wohltätigkeitsspenden ein Ölgemälde, das diesen Jemand selbst darstellt, vor der amerikanischen Flagge, in einer Generalsuniform des amerikanischen Bürgerkrieges, mit einem schutzbedürftigen kleinen Mädchen in seinen starken, Pussy-grabbenden Armen. Wer ist dieser Jemand und warum würde er so was tun? Richtig – eine Pfeife, aus Pfeifengründen.

Donald Trump, aka jeden-Tag-ein-neuer-Streich-Don, hatte sich 2007 von Spendengeldern der Donald Trump Foundation ein Portrait von Donald Trump gekauft. Das war schon länger bekannt. Keiner wusste aber, wie dieses Gemälde aussieht und wo es ist. Ersteres hat jetzt ein Reporter der Washington Post geklärt. Er hat ein Foto von der Spendenveranstaltung gefunden, auf der das Ding erst gemalt und wenig später präsentiert wurde.

Für 20.000 US-Dollar zauberte der Speedpainting-Künstler Michael Israel diesen exquisiten Abgesang auf Jahrtausende menschlicher Kulturgeschichte in fünf Minuten live auf eine 1,8 Meter hohe Leinwand. Links davon zu sehen ist ein weiteres Gemälde für 10.000  US-Dollar, das so manchem Redneck feuchte Träume bescheren dürfte.

Auch schön: Neben der Grinsebacke mit der handlichen Version des Werkes und den obligatorischen Jungsoldaten steht der Künstler selbst, durch Piratenbluse und kühne Dauerwelle als  Maler gekennzeichnet, noch bespritzt und dampfend, glücklich erschöpft vom Liebesspiel mit der Leinwand. Große Kunst. 

kh

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