Britische Supermarktkette will Plastikverpackungen abschaffen

Zumindest bei allen Produkten ihrer Eigenmarke. Das könnte andere große Unternehmen in Zugzwang bringen.

Paprika, lecker! Garniert mit Plastik. Bisher das gewohnte Bild in Supermärkten. Ob sich das bald ändert?

Foto: Daniel Karmann/dpa / Bearbeitung: jetzt.de

Plastik ist böse. Es vermüllt unsere Umwelt, gibt Giftstoffe an unsere Körper ab und kostet viele Meeresbewohner das Leben. Das wissen wir schon lange – trotzdem werden fast alle Produkte nach wie vor in Kunststoff verpackt. Allein durch diese Verpackungskultur entstehen laut WWF weltweit fast 78 Millionen Tonnen Plastikmüll im Jahr, etwa ein Drittel davon strömt ins Meer. Nur einzelne, meist sehr kleine Läden haben sich dem Problem bisher angenommen und sind konsequent auf andere Verpackungsarten umgestiegen.

Die britische Supermarktkette „Iceland“, spezialisiert auf Tiefgekühltes und Fertiggerichte, wird nun eigenen Angaben zufolge das erste große Unternehmen weltweit sein, das ebenfalls auf Plastikverpackungen verzichten will. Zumindest bei allen Produkten ihrer Eigenmarke. Die sollen in spätestens fünf Jahren ausschließlich in Papier, Holz und Karton verpackt sein. 

Die neuen Verpackungen sollen vollständig recycelt werden und so etwas gegen die sinnlose Verschmutzung der Umwelt ausrichten. Plastik-Strohhalme hat das Unternehmen bereits abgeschafft, weitere Änderungen sollen schon in den kommenden Monaten vorgenommen werden. 

Mit der Änderung reagiert die Kette auf das Ergebnis einer eigenen Erhebung: Etwa 4000 von 5000 befragten Kunden gaben darin an, die Verbannung von Plastikverpackungen aus Supermärkten unterstützen zu wollen. 

Einen merklichen Unterschied in Sachen „Umweltkatastrophe Plastik“ wird die Welt dadurch wohl zunächst nicht erleben. Immerhin will „Iceland“ weiterhin auch Produkte anderer Marken vertreiben, die nach wie vor in Plastik verpackt sein werden. Außerdem liegt der Marktanteil des Unternehmens bei nur etwa zwei Prozent – zu wenig, um wirklich viel zu bewirken. Allerdings könnten andere Unternehmen durch das Vorbild „Icelands“ in Zugzwang geraten – oder sich zumindest inspiriert fühlen, sollte sich die Änderung nicht nur als umweltfreundlich, sondern auch als lukrativ erweisen. 

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