"Ein Mörder brachte mir irgendwann ganz höflich Kaffee"

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Statt Opernsängern, Jazz-Musikern oder Schauspielern fotografierte Jörg Singer vergangenen Herbst Mörder und Betrüger. Für ein gemeinsames Projekt mit der Kinder- und Jugendhilfe "Outlaws gGmbH" porträtierte der Leipziger Fotograf Insassen in allen sechs Gefängnissen Sachsens. Gleichzeitig absolvierten sie einen Foto-Kurs bei ihm. "Sie sollten sich miteinander beschäftigen und sich gegenseitig fotografieren", sagt Singer. Klappte nicht so gut. "Im Knast geht es immer darum, den Dicken zu markieren." Gab einer sich Mühe, erdrückte ihn die Gruppendynamik.  

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Illustration: Julia Schubert
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Besser lief es, wenn Singer sich die Häftlinge einzeln vornahm. Sie öffneten sich ihm und seiner Kamera, zeigten ihm Plätze und Posen im Gefängnis, die ihnen gefielen. Und sie zeigten Emotionen. "Aber bloß nicht zu viele davon, haben sie mir immer gesagt", erzählt Singer. "Auf gar keinen Fall hätten sie auf den Porträts 'schwul' wirken dürfen." Bloß keine Schwäche vor den anderen zeigen.

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