Das ist... Teddy Quinlivan, das Model, das sich als Transgender geoutet hat

Jetzt fürchtet sie um Karriere, Privatleben und Sicherheit.
Von Lara Thiede

So zeigt sich Teddy Quinlivan auf ihrem Instagram-Profilbild.

Foto: Screenshot/ Instagram @teddy_quinlivan

Das ist ...

... Theodora "Teddy" Quinlivan, ein 23-jähriges Model. 2015 wurde sie von Nicolas Ghesquière, dem Creative Director von Louis Vuitton entdeckt, seitdem arbeitet sie als Female-Model für bekannte Modemacher wie Jason Wu oder Carolina Herrera. Zur Zeit läuft sie auf der New Yorker Fashionweek.

Die geht ...

... jetzt damit an die Öffentlichkeit, dass sie Transgender ist. In ihrem offiziellen Outing bei CNN Style sagte sie, sie tue das vor allem für sich selbst. Aber auch das derzeitige politische Klima gegenüber der LGBTQ-Gemeinde in den USA sei ein Grund für ihr Outing. Das wolle sie nicht mehr aushalten. Es gebe so viel Gewalt gegen Transgender-Frauen, dass sie das Gefühl habe, das Thema dringend ansprechen zu müssen. Schließlich sei sie nun so bekannt, dass Leute ihr zuhören würden. Sie hofft, so für mehr Akzeptanz sorgen zu können.

Die kommt ...

... gebürtig aus Boston, Massachusetts und später groß raus. Als sie in Paris Kunst studierte, begann sie, zu Modelcastings zu gehen. Heute, drei Jahre später, lebt sie als hauptberufliches Female-Model in New York und wird gut gebucht. Nach ihrem Outing kann sie deshalb auf die Unterstützung der Modeindustrie hoffen. Unter anderem schrieb der Designer Marc Jacobs über sie: "Ich respektiere, bewundere und unterstütze Teddys Entscheidung, sich als Transgender zu outen."

Die kann ...  

... selbstbewusst durch die Straßen laufen, seit sie als 16-Jährige ihr Geschlecht angleichen ließ und von anderen endlich als Frau wahr- und angenommen wurde. Sie lebte seitdem als Cis-Gender, also wie eine Person, die sich mit dem Geschlecht, mit dem sie geboren wurde, identifiziert. In der Modeindustrie verstand man sie als "normales Mädchen", wie sie sagt.

Ihre Geschichte hielt sie bisher geheim, weil sie Angst hatte, dass andere dann, vor allem auch beim Sex, gehemmter mit ihr umgehen würden. Jetzt, nach ihrem Outing, fürchtet sie Rückschläge im Privatleben und macht sich Sorgen um ihre Sicherheit. Außerdem rechnet sie nun damit, nicht mehr als Female-, sondern nur noch als Transgender-Model gebucht zu werden. Damit habe sie aber kein großes Problem, denn immerhin sei nichts falsch daran, Transgender zu sein. Wahrscheinlich sei es sogar wichtig, dass sie sich dazu bekenne, denn es gebe viel zu wenig Transgender-Vorbilder in den Medien. All das sagte sie zuerst CNN Style. Später outete sie sich auch noch auf ihrem eigenen Instagram-Account.

Daraus lernen wir ...

 

... dass man seine Identität nicht verstecken sollte, auch wenn man mit seinem Geheimnis vielleicht bequemer lebt. Teddy wird nun zu einem Vorbild für viele andere Menschen, die mit dem falschen Geschlecht geboren wurden. Denn sie kam zwar im Körper eines Mannes zur Welt, war aber später als Frau sehr erfolgreich – in einem Beruf, bei dem es um die Darstellung des weiblichen Körpers dreht. Sie beweist: Der Körper muss kein Gefängnis sein. Und zeigt, dass noch einiges zu tun ist, damit Menschen endlich frei leben können.

 

Nur Google weiß ...

 

... dass Teddy, wenn sie nicht schon so beschäftigt mit dem Modeln wäre, gerne Dokumentationen hosten würde. Darin würde sie dann über Rassismus, Politik, Religion und Gender aufklären wollen. Mit ihrem dreiteiligen Video-Outing auf Instagram hat sie damit aber ja quasi auch schon begonnen.

 

 

Mehr zu Transgender:

  • teilen
  • schließen