Pyeongchang vor gut zwei Wochen: Deutsche Rodler stehen beim Abspielen der Nationalhymne auf dem Podium.

Pyeongchang vor gut zwei Wochen: Deutsche Rodler stehen beim Abspielen der Nationalhymne auf dem Podium.

Foto: Michael Kappeler/dpa

Ein Sonntag, an dem sich die Ereignisse überschlagen:  Deutschland bekommt eine Regierung. Diesmal wirklich. Die Schweiz stimmt gegen die Abschaffung der Rundfunkgebühren. Italien wählt sein Parlament. Da geht es fast unter, dass an diesem Sonntag auch darüber diskutiert wird, ob die deutsche Nationalhymne nicht nur Männer, sondern auch Frauen direkt ansprechen soll. Laut einem Zeitungsbericht fordert die Gleichstellungsbeauftrage des Bundes, Kristin Rose-Möhring, eine Änderung der deutschen Nationalhymne. Aus „Vaterland“ solle „Heimatland“ werden, aus der Zeile „brüderlich mit Herz und Hand“ solle „couragiert mit Herz und Hand“ werden. So jedenfalls zitiert sie die „Bild am Sonntag“.

Wie findet ihr diesen Plan? 

 

Deutschland wäre nicht das erste Land, das seine Hymne ändert: 

2011 hatte Österreich nach jahrelangem Streit beschlossen, seine Bundeshymne an das 21. Jahrhundert anzupassen.  Aus „Heimat bist du großer Söhne, Volk, begnadet für das Schöne“ wurde „ (...) Heimat großer Töchter, Söhne, Volk begnadet für das Schöne“. Eine kleine Änderung, die bis heute immer wieder für Diskussionen sorgt. Gerade rechts-konservative Kreise fühlen sich dadurch häufig in ihrer Identität bedroht. Der Schlagermusiker Andreas Gabalier zum Beispiel sang bei Auftritten Jahre später noch die alte Version der Hymne – also ohne Töchter. 

Auch Kanada hatte vor kurzem eine Änderung seiner Hymne beschlossen. Die Passage „Erwecke Vaterlandsliebe in all deinen Söhnen“ soll demnach in „in uns allen“ abgewandelt werden. 2016 hatte die SPD in Bayern für Schlagzeilen gesorgt, als sie die Bayernhymne um eine Strophe erweitern wollte, in der ein Bekenntnis zu Europa verankert werden sollte. CSU und Freie Wähler lehnten das damals ab. 

Auf Twitter wird bereits um die mögliche Änderung der deutschen Hymne gestritten. 

Sehr viele Tweets jedoch, die wir an dieser Stelle nicht einbinden, griffen Rose-Möhring persönlich an und beleidigten die Politikerin. Auch die AfD (t)wittert bereits den Untergang des Abendlands: 

pwe mit Material der Agenturen 

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