Konservative starten in Spanien Kampagne gegen „Feminazis“

Ihr Bus mit dem Bild eines geschminkten Hitlers fährt gerade durch Madrid.

„Das ist keine Geschlechtergewalt, sondern häusliche Gewalt. Geschlechtergesetze diskriminieren Männer. #StopFeminazis“. Das steht in großen Buchstaben auf einem großen blauen Bus, der anscheinend seit Donnerstag durch die Straßen Madrids fährt. Neben dem Text ist ein Bild: Hitler mit Lippenstift, Rouge und Schirmmütze, darauf das Symbol für Frau.

Hinter dieser Kampagne steckt die erzkonservativ-katholische Gruppe „Hazte Oir“, was soviel heißt wie „Werde gehört“. Sie will den Bus bis zum dem Weltfrauentag am 8. März durch Spanien fahren lassen. Mit der Kampagne fordert die Gruppe drei spanische Parteivorsitzende, darunter der Chef der neuen rechten Partei Vox, Santiago Abascal, dazu auf, Gesetze gegen Geschlechtergewalt aufzuheben. Gesetze, die dem Schutz und der Gleichberechtigung von Frauen und Menschen aus der LGBTQ-Community dienen sollen.

Hazte Oir startete 2017 schon einmal eine Bus-Kampagne – explizit gegen Transgender. Auf dem orangenen Bus stand damals „Jungs haben Penisse, Mädchen haben Vulvas, lasst euch nicht verarschen. Wenn du als Mann geboren wirst, bist du ein Mann. Wenn du als Frau geboren wirst, wirst du es weiterhin bleiben.“

Mit dem geschminkten Hitler sind sie jetzt noch eine bisschen „kreativer“ geworden, und dieses Bild erscheint genauso schief, wie die Argumentation ihrer Kampagnen- und Petitionsschrift.

Unter anderem werfen sie der Regierung vor, mit der Anerkennung eines dritten Geschlechts die Rechte der Eltern durch ideologische Gesetze dauerhaft zu zerstören und ein Gesetz zum Schutz vor Gewalt gegen Frauen und LGBTQ-Menschen sei eine Diskriminierung von Männern. Das alles würde Männer und Frauen in einen „absurden Krieg der Geschlechter“ führen und überall ideologischen Hass verbreiten.

Nun klingt das alles ja wirklich sehr nach viel Hass und einem Krieg der Geschlechter. Von wem der in diesem Fall aber ausgeht, scheint ziemlich eindeutig.

Der Telegraph zitiert den Sprecher von Hazte Oir mit der Erklärung: „Gewalt ist ein echtes Problem, aber manche wollen aus ideologischen Gründen nur über ,Geschlechtergewalt‘ sprechen um Männer, Kinder, ältere Menschen und Teenager, die Misshandlung und Angriffe erlitten habe, zu diskriminieren.“

Nach Angaben des Generalrats der Justiz wurden 2017 in Spanien 158.217 Frauen Opfer von häuslicher Gewalt. Das sind knapp 18 Prozent mehr als im Vorjahr.

In ihrer Petition schreibt Hazte Oir von einer gestiegen Zahl an Frauenmorden. Doch die Gruppe nutzt sogar das für ihre Kampagne. Es würden zeigen, dass die Gesetze ja gar nichts bringen würden. Sie sind überzeugt diese Gesetze und die „Feminazis“ müssen gestoppt werden.

Und wie man die nennen könnte, die gegen die „Feminazis“ kämpfen, das kann sich jetzt jeder selbst überlegen ...

tf