Junge Europäer misstrauen Politik und Medien

Das ist das Ergebnis von „Generation What“, der größten Studie überhaupt dazu.
Von Friedemann Karig
Illustration: Lucia Götz.

Die Mehrheit der jungen Generation in Europa misstraut der Politik, den Medien und der Justiz. Das ist die wichtigste Erkenntnis der Studie „Generation What?“, der bisher größten europaweiten Untersuchung von politischen Einstellungen junger Menschen. Dabei genießen religiöse Institutionen bei den wenigsten Vertrauen (14%), Politik (18%) und Medien (21%) folgen. Die Polizei (53%) und NGOs (59%) gelten als relativ glaubwürdig. 

Grafik: "Generation What".

Ein Grund dafür, so die Verfasser der Studie, könnte die wachsende Ungleichheit sein, die viele junge Menschen wahrnehmen. Dennoch bewahren wir uns einen sogenannten „Bewältigungsoptimismus“. 55 Prozent sind eher optimistisch, 43 Prozent eher pessimistisch, was die Zukunft angeht. Vor allem in krisengeschüttelten Ländern glauben viele, dass es eher besser wird. Vermutlich, weil sie hoffen, den Tiefpunkt endlich erreicht zu haben, von dem es wieder bergauf geht.

Unsicherheit scheint also weiterhin das Grundgefühl dieser Generation zu sein. Bleibt die Frage (leider nicht in der Studie enthalten), wem wir dann noch vertrauen? Der Wissenschaft, Comedians, uns gegenseitig? Oder lernen wir, mit der Unsicherheit zu leben?

Und was macht das mit uns? Braucht der Mensch nicht ein gewisses Level an Sicherheit? Macht diese Orientierungslosigkeit auf Dauer nicht ganz nervös und unglücklich? Und was erzählen wir eines Tages unseren Kindern, wem sie vertrauen sollen?   

Die Beschäftigung mit diesen Fragen scheint nur immer noch mehr Fragen aufzuwerfen. Ein Perpetuum Mobile der Unsicherheit. Sicher ist nur, dass nichts sicher ist. 

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