Das Stechen unter die Haut tut oft weh – aber ist es auch gesundheitsschädlich?

Das Stechen unter die Haut tut oft weh – aber ist es auch gesundheitsschädlich?

Foto: dpa/Paul Zinken

Tattoos sind in. Ob ein kleines Herz am Fußgelenk oder das volle Programm am ganzen Körper – sehr viele junge Menschen scheinen Tätowierungen inzwischen etwas abgewinnen zu können. Laut einer Statista-Umfrage ist inzwischen jeder vierte Deutsche tätowiert. Und auf Instagram kommen sekündlich neue Beiträge mit dem Hashtag #Tattoo online, meist hochgeladen von jungen Nutzern.

Ein Trend, der gestoppt werden muss. Zumindest wenn es nach Gitta Connemann, Bundestags-Abgeordnete der CDU, geht. Sie findet das alles anscheinend ziemlich gruselig. Nicht nur, weil so ein Tattoo eine optische Entscheidung fürs Leben ist. Die Fraktions-Vize versteht Tattoos vor allem auch als Gesundheitsrisiko. Dass dieses oft ohne lange Vorüberlegungen in Kauf genommen wird, ist für die Politikerin offensichtlich zu viel der Spontaneität. Das alles hat sie dem Tagesspiegel erzählt.

Tatsächlich nimmt man mit Tätowierungen gewisse Risiken in Kauf. Die Verbraucherzentrale warnt deshalb auf ihrer Homepage davor, sich Tattoos unüberlegt stechen zu lassen. Immerhin seien verwendete Farbstoffe oftmals giftig. Mangelnde Hygiene beim Tätowieren könne außerdem schwere gesundheitliche Folgen haben. Und frisch Tätowierte reagieren oft allergisch.

Connemann will aufgrund der Gefahren zum Tattoo-Gipfel laden

Ein weiteres Problem sieht Connemann darin, dass „jeder mit einem Starter-Kit loslegen“, also als Tätowierer arbeiten kann und es keine Kontrolle gibt. Tatsächlich braucht es keine Ausbildung, sondern nur eine Anmeldung beim Gewerbeamt, um andere tätowieren zu dürfen.

Connemann will aus diesen Gründen im November einen Tattoo-Gipfel veranstalten und dazu Wissenschaftler, Verbände, Ministerien, Farbhersteller und andere Experten einladen, die die Gefahren von Tattoos einordnen sollen.

Außerdem strebt die Politikerin an, dass sich Kunden verpflichtend beraten lassen müssen, bevor sie sich ein Tattoo stechen lassen dürfen. Denn so, sagte Connemann gegenüber dem Tagesspiegel, ließen sich Spontan-Tattoos, die beispielsweise aus Gruppenzwang entstehen würden, vermeiden: „Erst beraten, dann warten, dann tätowieren – wenn es überhaupt noch dazu kommt.“ Sie schlägt damit also das gleiche Prozedere für Termine im Tattoostudio vor wie für Schwangerschaftsabbrüche.

Das Bundesernährungsministerium, das innerhalb der Bundesregierung für schärfere Vorschriften bezüglich der Tattoofarben zuständig wäre, scheint Connemann noch nicht auf ihrer Seite zu haben. Auf Anfrage des Tagesspiegels sprach man dort weder von nationalen Vorschriften noch von verpflichtenden Beratungen. Vielmehr wolle man an europaweiten Regelung zur Sicherheit von Tätowiermitteln arbeiten.

lath

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