„Bitte, bleibt für uns zu Hause“

Unter #StayHome rufen Pflegekräfte die Menschen dazu auf, wirklich daheim zu bleiben.

Screenshot: Twitter @AndreasLuethi

Derzeit sind mehr als 11 000 Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert (Stand Mittwochabend). Expert*innen rechnen damit, dass diese Zahl noch steigen wird. Die Übertragungskette wird aus ihrer Sicht am besten unterbrochen, wenn man so wenig Kontakt wie möglich mit anderen Menschen hat. Doch daran halten sich nicht alle. Während viele Firmen ihre Mitarbeiter*innen ins Home Office schicken oder komplett die Produktion einstellen, während Clubs, Bars und Läden schließen müssen, versuchen manche Menschen, sich noch so lange wie möglich zu vergnügen. Sie verabreden sich im Café, in großen Gruppen im Park oder zum Mittagessen.

In Ländern wie Italien, Spanien und Frankreich wurden unter anderem aus diesem Grund bereits Ausgangssperren verhängt. Wer dort das Haus verlässt, braucht einen triftigen Grund. In Deutschland wurde bislang in einer einzigen Stadt solche eine Sperre verhängt, nämlich in der bayerischen Stadt Mitterteich, wo es eine Häufung an Coronainfizierten gibt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Mittwoch in ihrer Fernsehansprache verkündet, dass es eine derartige Maßnahme für Deutschland vorerst nicht gebe. Sie appellierte dennoch eindringlich an die Bevölkerung, die Lage ernst zu nehmen. Es sei existentiell, das öffentliche Leben soweit es geht herunterzufahren.

Damit sich die Lage nicht verschlimmert, rufen auf Twitter schon seit Tagen weltweit viele Menschen unter den Hashtags #StayHome oder auch #StaythefuckHome dazu auf, nur nach draußen zu gehen, wenn es unbedingt notwendig ist. Jetzt melden sich dazu auch diejenigen zu Wort, die das besonders betrifft: Die Ärzt*innen und Pflegekräfte zum Beispiel, die nicht daheim bleiben können – aber täglich das Außmaß der Pandemie vor Augen geführt bekommen. Viele halten Schilder in die Kamera, auf denen Sätze stehen wie „Bitte bleibt für uns zu Hause – Wir bleiben für euch hier“. Die Botschaft: Wir sitzen alle im selben Boot. Deswegen müssen wir auch alle solidarisch miteinander sein.

Aber auch Menschen, die keine Pfleger*innen oder Ärzt*innen sind, solidarisieren sich mit der Aktion und rufen auf Twitter dazu auf, zu Hause zu bleiben.

Viele machen deutlich, dass sie nicht nachvollziehen können, wenn Menschen sich – wie hier zum Beispiel in Leipzig – noch in Cafés verabreden. Und sagen ganz drastisch: Wegen euch könnte ein Mensch aus der Risikogruppe an Covid-19 sterben.

Andere versuchen, die Situation mit Humor zu sehen und sagen: Aussitzen ist die beste udn wirkungsvollste Strategie – im wahrsten Sinne des Wortes.

Und wenn alles nichts hilft: Katzen helfen immer.

soas

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