Etwa zwei Monate, nachdem Linkin Park-Sänger Chester Bennington sich nach langem Kampf gegen seine Depressionen das Leben genommen hatte, teilte seine Witwe Talinda Bennington in sozialen Medien ein Video, das kurz vor seinem Tod entstanden war. Sie zeigten einen Chester, der fröhlich schien und im Kreis seiner Familie rumalberte. Dazu kommentierte sie: "So sah die Depression für uns aus – nur 36 Stunden vor seinem Tod. Er liebte uns so sehr und wir liebten ihn." Die Message dahinter also: Nur weil eine Person lächelt, heißt das nicht, dass es ihr wirklich gut geht.

Dass dem viele Menschen, die selbst an Depressionen leiden oder betroffene Angehörige haben, zustimmen, zeigte sich in den vergangenen Tagen in den sozialen Medien. 

Hashtags wie #fuckdepression oder #faceofdepression, die es eigentlich schon seit Jahren gibt, nehmen wieder an Fahrt auf. Oft werden sie mit dem Hashtag #MakeChesterProud kombiniert, den Talinda in ihrem Post benutzte.

Dazu teilen die hauptsächlich US-amerikanischen Nutzer auf Facebook, Instagram und Twitter Bilder und Videos, auf denen es den abgebildeten Menschen meist gut zu gehen scheint. Sie strahlen in die Kamera – geben dann aber in der Bildunterschrift zu, dass sich hinter ihrem Lächeln eine Depression verbirgt. Viele teilen ähnlich wie Talinda sogar Bilder von Verwandten, die noch kurz vor ihrem Suizid glücklich wirkten.

Menschen mit Depressionen tragen ihren Leidensdruck also nicht immer und ständig nach außen. Die Krankheit wird so oft übersehen oder schlichtweg nicht ernst genug genommen – schließlich glauben oder hoffen wir, ein Lächeln bedeute, es wäre alles in Ordnung.

All diese Videos und Bilder sollen also nicht nur aufklären, sondern auch dazu auffordern, endlich genauer hinzusehen. Denn nur wer sich nicht von einem Lächeln darüber hinwegtäuschen lässt, dass die Person in Wirklichkeit depressiv ist, hat die Chance, einem Betroffenen beizustehen.

 

lath  

 

 

Anmerkung der Redaktion: Wenn Du Dich selbst von Depressionen oder Suizidgedanken betroffen fühlst, kontaktiere bitte umgehend die Telefonseelsorge oder U25. Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 gibt es Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

 

 

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