Man kann übrigens auch ankreuzen, dass man kein Spender sein möchte.

Man kann übrigens auch ankreuzen, dass man kein Spender sein möchte.

Foto: Caroline Seidel / dpa

Mehr als 10.000 Menschen warten in Deutschland derzeit auf ein Spenderorgan. Und erst in dieser Woche musste die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ihre Hoffnung auf eine neue Lunge, Leber oder Niere noch einmal dämpfen: Die Ergebnisse einer Umfrage, die die BZgA veröffentlicht hat, besagen, dass zwar 84 Prozent der Deutschen die Organspenden positiv sehen – aber nur 36 Prozent einen Organspendeausweis haben. 2017 haben außerdem so wenige Menschen gespendet wie seit 20 Jahren nicht mehr, nämlich nur 797. Der „Tag der Organspende“, der jährlich am ersten Samstag im Juni stattfindet, ist also in diesem Jahr wichtiger denn je. 

Auf Twitter beteiligen sich unter dem Hashtag #TagderOrganspende viele User daran, um für mehr Aufklärung zu sorgen und andere dazu zu bringen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Sie zeigen zum Beispiel ihre Ausweise...

… besorgen sich einen…

… und teilen positive Geschichten: 

Auch Kritiker der Organspende äußern sich unter dem Hashtag: 

Sehr oft wird darauf hingewiesen, dass man auf dem Ausweis auch „Nein“ ankreuzen kann, wenn man kein Spender sein will – und es trotzdem wichtig sei, einen zu haben, egal, wie man sich entscheidet. Denn:

Immer wieder wird auch in Deutschland die sogenannte „Widerspruchsregel“ gefordert, wie es sie in vielen Ländern gibt, etwa in Österreich, Spanien, Polen oder Bulgarien. Sie besagt, dass man zu Lebzeiten einer Organentnahme nach dem Tod ausdrücklich widersprechen kann, zum Beispiel in einem bestimmten Widerspruchsregister – tut man dies nicht, wird man automatisch zum Organspender. In Österreich zum Beispiel widersprachen im Jahr 2016 2085 Personen – alle anderen volljährigen Österreicher waren und blieben Spender. 

Gesundheitsminister Spahn (CDU) hat angekündigt, die Rahmenbedingungen für die Organspende noch in diesem Jahr ändern zu wollen. Die Menschen sollen stärker verpflichtet werden, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Mit welchen Maßnahmen genau das erreicht werden soll, sagte Spahn aber nicht. 

nasch

Mehr zum Thema Gesundheit: