Der junge Tom Riddle.

Der junge Tom Riddle.

Foto: Screenshot/„Voldemort. Origins of the Heir“

Fast fünf Millionen Views in zwei Tagen: „Voldemort. Origins of the Heir“ räumt Klicks ab, aller vorangegangener Skepsis zum Trotz. Der Fan-Film, der sich auf die Spuren der Vergangenheit von Harry Potters Gegenspieler Tom Riddle alias Lord Voldemort begibt, dauert nicht einmal eine Stunde – und doch bietet er mehr, als wohl so ziemlich alle von ihm erwartet hätten: Dieser Film ist genau der Link, der zwischen J.K.Rowlings Bestseller „Harry Potter“ und dem Spin-Off „Fantastic Beasts“ gefehlt hat: Er handelt davon, wie Tom Riddle zu Voldemort wurde – und füllt damit  genau jene Leerstellen, die Rowling zur Vorgeschichte des bösen Magiers offen ließ.  Dabei hat das aufwändige Fan-Fiktion-Abenteuer weder Verbindung zu der Autorin, noch zu den Machern der Filme.

Der Film, der im Kalten Krieg spielt, startet wie ein abgefahrener Geheimagenten-Klassiker: Die junge Hexe Grisha McLaggen liefert sich eine Verfolgungsjagd mit maskierten Magiern der Sowjets. Sie wird gefasst, landet im Verhör. Denn sie wollte etwas stehlen, das sich im Besitz eines russischen Generals befindet: das Tagebuch Lord Voldemorts. Über ihre Flashbacks reisen wir mit Grisha zurück in die Vergangenheit, sind an ihrer Seite in ihren Ermittlungen zum Verbleib ihres verschwunden Schulfreundes – und Schwarms! – Tom Riddle.

Die Fan-Fiktion ist originell: Die Figur der Grisha gibt es beispielsweise  im Potter-Universum gar nicht. Sie wurde nur für das Spin-Off geschaffen und passt doch nahtlos in die Zauberwelt. Mehr noch: Der Film schließt die Lücke, die sich durch die „Fantastic Beasts“-Reihe auftat, die zweite Film-Reihe von J.K.Rowling. „Fantastic Beasts“ spielt Anfang des 20. Jahrhunderts und begibt sich auf die Spuren des Vorgängers Voldemorts. „Harry Potter“ spielt in den 1990ern und dreht sich um den Kampf gegen Voldemort. Und „Origins of the Heir“ verbindet nun beide –zeitlich sowie thematisch.

Der Film ist verblüffend gut gemacht: Der Soundtrack atmosphärisch, das Schauspiel keineswegs laienhaft, die Special-Effects glänzend. Er bietet liebevolle Details aus der magischen Welt – das Zauberschloss Hogwarts selbst beispielsweise, oder die sich bewegenden, magischen Bilder.

Dabei finanzierte sich das Fanprojekt allein durch Crowdfunding – und lieferte sich vor der Veröffentlichung einen Rechtsstreit mit Warner Bros.

Nur unter einer Bedingung durfte das Prequel gedreht werden: Es durfte keinen Profit machen – und musste frei auf Youtube zugänglich sein. Ein Glück für all die Potter-Fans, die kein einziges Goldstück mehr in der Gringotts-Bank haben – doch eigentlich schade für Gianmaria Pezzato und Stefano Prestia, das italienische Duo hinter dem Film. 

nake

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