Klaas Heufer-Umlauf.

Klaas Heufer-Umlauf.

Foto: dpa

Pflegenotstand, sexuelle Belästigung, zu wenige Frauen in Führungspositionen: Probleme, die bei der klassischen Bierzeltmusik eher keine Rolle spielen. Das muss nicht so sein: Klaas Heufer-Umlauf hat für seine ProSieben-Show „Late Night Berlin“ den Cannstatter Wasen in Stuttgart geentert und dort auf der Bühne seine eigene Version des Volksfest-Hits „Hulapalu“ von Andreas Gabalier performt.

In seinem Text singt er Zeilen wie „MeToo hat scheinbar nichts gebracht. Gleiche Arbeit. Weniger Lohn. Zu wenig Frauen in Führungspositionen. Sexismus ist überall und das kotzt uns an“ oder „Pflegenotstand, sagt mir, wo kommt das her? Warum verdienen die nichts, die Arbeit ist doch schwer.“

Auch mit dem Rechtsruck beschäftigt sich der Song: „Die Nazis are back, hetzen Flüchtlinge weg, machen Hitlergruß und sagen, sie sind nicht rechts“, singt der Moderator. Und das alles zu fröhlicher Schunkel-Melodie und im volkstümlichen Outfit. „Die haben Hass und wir unser Bier. Heb hoch das Glas, das Volk sind doch wir“, ruft er zum Abschluss ins Mikro.

Das Publikum ist begeistert – und kann sich voll mit dem Text identifizieren. „Das Lied hat mir aus der Seele gesprochen“, sagt zum Beispiel eine junge Frau, die als Krankenschwester arbeitet. „Kommt alle in die Pflege!“, ruft sie noch ins ProSieben-Mikro.

So zeigt der Auftritt einmal mehr: Auch beim Biertrinken und Feiern kann man dem Bedürfnis nachgeben, über das zu sprechen, was in unserer Gesellschaft schiefläuft. Und das, was Heufer-Umlauf anspricht, kann man eben gar nicht oft genug sagen. Bis sich irgendwann, hoffentlich bald, endlich mal was ändert.

soas

Noch nicht genug von Klaas Heufer-Umlauf?