Ruby Rose verlässt Twitter nach Anfeindungen für Batwoman-Rolle

Nachdem sie jahrelang viele für „zu lesbisch“ hielten, ist sie einigen nun nicht lesbisch genug.

Batwoman bekommt als erste lesbische Superheldin eine eigene Serie. Weil Frauen und besonders Lesben in der Film- und Fernsehindustrie bis heute unterrepräsentiert sind oder stereotyp dargestellt werden, war die Aufregung innerhalb der LGBTQ-Community also groß: Wer würde die Rolle der Batwomanübernehmen dürfen, beziehungsweise der Kate Kane, wie sie heißt, wenn sie nicht als Superheldin durch die Nacht zieht? Als der Produzent der Serie die australische Schauspielerin Ruby Rose, unter anderem bekannt aus Orange is The New Black, auserkor, waren viele davon begeistert – viele andere aber auch enttäuscht. Der Grund: Sie finden Rose „nicht lesbisch genug“ für den Batwoman-Part und glauben, dass sie nur gecastet wurde, um heterosexuelle Frauen und Männer mit der Serie anzusprechen.

Als Reaktion auf die harsche Kritik und die Anfeindungen löschte Rose ihren Twitter-Account, nachdem sie noch abschließend erklärte:

„Wo zur Hölle kommt das ‚Ruby ist keine Lesbe, deshalb kann sie nicht Batwoman sein‘-Gezeter her? Das ist wahrscheinlich das Lächerlichste, was ich je gehört habe. Ich hatte mein Coming-Out mit zwölf und musste mir die vergangenen fünf Jahren anhören, dass ich ‚zu lesbisch‘ sei. Wie könnt ihr das einfach so umdrehen? Ich habe mich nicht verändert!“

Ihre anderen Social-Media-Accounts ließ die Schauspielerin bestehen. Auf Instagram allerdings schränkte sie die Kommentarfunktion ein, sodass nur noch solche Menschen kommentieren können, denen sie selbst folgt.

Allerdings gibt es nun auch extrem viele User, die Rose verteidigen. Viele schimpfen sogar auf diejenigen, die die Schauspielerin „aus Twitter gemobbt“ hätten. Es gebe schließlich keine solchen Defintionen wie „zu lesbisch“ oder „zu schwul“ oder „nicht schwul/lesbisch“ genug.

Nachdem Rose außerdem auch deshalb für ungeeignet gehalten wurde, weil sie keine Jüdin ist – anders als Kate Kane im Comic –, reagieren einige Nutzer mit Humor. Sie fragen, was Rose denn überhaupt noch als Schauspielerin für die Rolle qualifiziere. Sie sei schließlich keine Superheldin und nicht einmal Halb-Fledermaus.

Andere Nutzer wiederum diskutieren das Ganze weiter. Während viele überzeugt davon sind, dass Rose tatsächlich als „nicht lesbisch genug“ bezeichnet worden sei, gibt es einige, die behaupten, in dem mittlerweile ja gelöschten Thread unter Roses Tweet sei es Kritikern hauptsächlich um ihre schauspielerische Leistung gegangen. Nur einige wenige von ihnen hätten gesagt, dass es nicht gut sei, dass wieder eine Lesbe ausgewählt worden ist, die auch Männer attraktiv und heterosexuelle Frauen gut fänden. Das wäre dann in „Rose ist nicht lesbisch genug“ übersetzt worden.

Durch den gelöschten Thread kann man nicht mehr wirklich nachvollziehen, wie heftig die Anfeindungen gegen Rose tatsächlich waren. Dennoch wird deutlich, dass die Diskussion um homosexuelle sowie Trans-Rollen in Film und Fernsehen gerade hochkocht. 

Zuletzt hatten auch andere Stars ihre Twitter-Accounts gelöscht, nachdem sie von einigen Mitgliedern oder Befürwortern der LGBTQ-Gemeinde angegriffen worden waren. Die „Stranger Things“-Darstellerin Millie Bobby Brown löschte ihren Twitter-Account, weil sie ohne Belege vermehrt als homophob bezeichnet worden war. Und auch Scarlett Johansson verließ das Netzwerk nach der Kritik an ihrer Rolle als Transmann. Letztlich gab Johansson ihren Part sogar ab.

Mit solchen Gedanken allerdings scheint Rose nicht zu spielen. Sie sei, so schrieb sie bei ihrem Abschied auf Twitter, ab sofort auf dem „Bat Phone“ erreichbar. Eine derartige Rolle zu bekommen, so schreibt sie auf Instagram, sei schließlich ein Kindheitstraum von ihr gewesen: „Ich wäre als junges Mitglied der LGBTQ-Gemeinde, die nie im Fernsehen repräsentiert wurde, dafür gestorben, sowas im Fernsehen zu sehen.“

lath

Mehr beziehungsweise weniger Diversität in Film und Fernsehen: