Eine Bewerbung schreiben, das machen die meisten ja normalerweise so: Anschreiben und Lebenslauf vom letzten Praktikum mit der Adresse des jetzt gewünschten Arbeitgebers updaten, beides in eine hübsche Mappe packen, in die Post werfen und warten. Graham Allgood hat es anders gemacht.

Er wollte sich für ein Praktikum bei „Horizon Media“ bewerben, einer großen und schnell wachsenden Media-Agentur. Und nahm sehr richtig an, dass er wahrscheinlich nicht der einzige Mensch mit diesem Vorhaben ist und jeden Tag eine Lastwagenladung Bewerbungen bei Horizon eingeht. Irgendwie musste er auf andere Art die Aufmerksamkeit der Personaler bekommen. Herausstechen aus der Masse. Sie zwingen, ihn wahrzunehmen.

Also tat er etwas, was eigentlich alle überambitionierten Strebermenschen seit Angebinn der Menschheit tun: Er nervte hartnäckig. Aber, und das muss man ihm anerkennend lassen: Er nervte hartnäckig auf sehr innovative und kreative Art und Weise.

Er wusste, dass Horizon und dessen Mitarbeiter auf Snapchat ziemlich aktiv sind, vor allem Dienstags. Er wusste, dass man bei Snapchat gegen Geld temporäre Geofilter einrichten kann, die dann jeder sehen und über seine Bilder legen kann, der an diesem bestimmten Ort einen Snap aufnimmt. Und dann brachte er beides zusammen: Er designte einen Geofilter mit dem Namen der Firma und dem Satz „Hey, hire me“, den an einem Dienstag im Mai alle Snapchat-Nutzer im Horizon-Gebäude zu sehen bekamen:

Und das zeigte Wirkung: Sein Filter wurde mehr als 1000 Mal gesehen, am Nachmittag bekam Graham Allgood eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch am nächsten Tag.

 

Da allerdings hat er wohl nicht so gerockt, er bekam das Praktikum nicht. Vielleicht bleibt eine Nervensäge halt doch eine Nervensäge.

 

che

 

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