In einer Zeit, in der wir von Termin zu Termin hetzen, uns überarbeitet und gleichzeitig unterbezahlt fühlen, kommt es genau richtig: das beste Job-Angebot des Sommers, wenn nicht gar des Jahres oder sowieso aller Zeiten.

Der Deal, der vergangene Woche in einem Facebook-Post erklärt wurde: Ein Mensch zieht auf die Trauminsel Syros im Südosten Griechenlands, wohnt dort umsonst in einem kleinen Häuschen, bekommt nach einer kurzen Probezeit ein noch verhandelbares Gehalt – und ist dabei von 55 Katzen umgeben. Die Tiere, die allesamt von der Straße oder aus schwierigen Verhältnissen gerettet wurden, vier Stunden am Tag zu versorgen, zu streicheln und zu bespielen, sind dann die einzigen Aufgaben des neu Beschäftigten.

Joan Bowell, die 51-jährige Britin, die die Anzeige auf der Facebookseite ihres Katzenheims veröffentlicht hat, wünscht sich aber auch einiges vom zukünftigen Katzenhüter, der sie selbst langfristig vertreten soll: Er solle ein „reifer und leidenschaftlicher Katzenliebhaber“ sein und wissen, wie man mit Katzen umgehen muss. Ihrer Erfahrung nach seien vor allem Menschen über 45 für den Job geeignet, die verantwortungsbewusst, zuverlässig, ehrlich und praktisch veranlagt sind. Außerdem solle man ein „Herz aus Gold haben“, wenn man sich um die 55 Katzen kümmern wolle.

Der Post wurde inzwischen zehntausendfach kommentiert und geteilt. Die Reaktionen reichen von plumpen Begeisterungsausrufen („Siiiiii“, „dream come true“, „Wow, cats and sunshine!!“) und scherzhaften Empfehlungen für Facebookfreunde bis zu der ernster gemeinten Frage, was denn im Lebenslauf alles wichtig sei.

Weil Bowell wider Erwarten anscheinend schon eine ganze Flut an Bewerbungs-E-Mails bekommen hat, bittet sie in einem späteren Post darum, nur noch dann zu schreiben, wenn es dem Bewerber wirklich eine Herzensangelegenheit sei, das Leben von geretteten Katzen in Griechenland zu verbessern.

Während Bowell selbst damit beschäftigt ist, den am Besten geeigneten aus rund 3000 Kandidaten auszuwählen, übernimmt ihr Mann das Sprechen mit den nun weltweit interessierten Medien. Dem Telegraph gegenüber sagte der 65-jährige Däne, der zusammen mit seiner Frau vor sieben Jahren auf die Insel zog, dass sich viele unterschiedliche Menschen, von Flüchtlingen bis hin zu Tierärzten, auf die Stelle beworben hätten. Aussortiert würden schnell die, die nur auf ein Leben am Meer scharf seien. Besonders gute Chancen dagegen hätten die, die sich für die Philosophie des Katzenheims interessierten.

Bleibt nur zu hoffen, dass das Ehepaar Bowell am Ende auch tatsächlich die geeignete Person findet. Joan Bowell wird schließlich ab November ihrem Ehemann, der aus beruflichen Gründen nach New York ziehen muss, folgen und die Katzen zurücklassen müssen. Aber mindestens ein verantwortungsbewusster Katzenfreund sollte ja auf jeden Fall dabei sein.

lath

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