Die 1000 Gesichter des Sudan

Um die Vielfalt seines Landes zu entdecken, muss man sich nur die Menschen anschauen, sagt der Fotograf.
Von Florian Sturm/Journafrica
Ahmad Abushakeema
Ahmad Abushakeema
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Ahmad Abushakeema

 Ahmad, wann und wie ist die Idee zum Projekt 1.000 Portraits From Sudan entstanden?

Ahmad Abushakeema: Ich wollte der Welt von der schönen Vielfalt hier im Sudan berichten. Als professioneller Fotograf war die Wahl für das richtige Medium dann nicht mehr schwer.

 

Bis auf das Foto selbst erfährt der Betrachter jedoch nichts über die Porträtierten. Würden zusätzliche Informationen nicht helfen, die unterschiedlichen Geschichten der Menschen deutlicher zu machen?

In meinen Augen erzählen die Gesichter, die Kleidung und die jeweilige Location bereits genug über die Vielfalt hierzulande. Deine Erlebnisse, dein Name oder deine Nationalität spielen dafür keine Rolle, solange du Teil des Landes und seiner Gesellschaft bist.

Was bedeutet diese Vielfalt deiner Ansicht nach für den Sudan?

Bei uns hat sich nie eine klassische Dokumentationskultur entwickelt. Zudem gab es permanent Probleme und Missverständnisse, wenn es um die Eigenheiten der unterschiedlichen Bevölkerungsstämme geht. Diese tragen auch sehr zu den kulturellen Konflikten im Land bei. Durch mein Projekt möchte ich eine Grundlage für eine solche Dokumentationskultur legen. Diese muss natürlich nicht auf die Fotografie als Kunstform beschränkt bleiben. Hauptsächlich geht es mir um einen positiven kulturellen Austausch sowie um ein besseres Verständnis der Menschen untereinander - Eigenschaften, die im Sudan dringend benötigt werden.

Wie siehst du persönlich die Außenwahrnehmung des Sudan?

Kaum jemand außerhalb unseres Landes weiß unsere kulturelle und künstlerische Vielfalt zu schätzen. Stattdessen geht es meist um Krieg und Krisen. Leider ist auch das Teil des Sudan, doch hier gibt es noch so viel mehr.

Wie und wo findest du die Leute, die du fotografierst?

Manche treffe ich zufällig in und um meine Heimatstadt Khartum. Die spreche ich dann an und frage sie, ob sie mitmachen möchten. Mittlerweile kommen einige Menschen aber auch gezielt auf mich zu. Sie haben über meine Website oder die Sozialen Medien von dem Projekt erfahren und wollen daran teilnehmen.

Ein Blick auf die bislang veröffentlichten Bilder suggeriert, dass du häufiger Männer als Frauen porträtierst …

Wenn dem tatsächlich so ist, geschah das völlig unabsichtlich. Bis zum 1.000. Foto bleibt ja noch eine Menge Zeit und ich werde versuchen, beide Geschlechter in etwa gleich oft zu fotografieren. Andererseits kann das auch an der sudanesischen Kultur liegen, also daran, dass Frauen einfach seltener auf der Straße sind als Männer.

Wie viele Bilder hast du für das Projekt inzwischen aufgenommen?

Derzeit sind 173 Fotos veröffentlicht, doch ich habe bereits viele mehr gemacht, die noch nicht auf die Website geladen sind.

Weißt du schon, wer auf dem letzten Bild zu sehen sein wird?

Natürlich! Es wird ein Porträt meiner Mutter sein.

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