"Ich habe einen Tannenzapfen gestohlen und will ihn zurückgeben"

screenshot facebook/Sequoia and Kings Canyon National Parks

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Kinder sind ehrlich. Verdammt ehrlich. Noch ehrlicher als Betrunkene. Manchmal kann das schmerzhaft sein. Zum Beispiel, wenn sie Familieninterna ausplaudern oder eine perfide Lüge platzen lassen. Manchmal werden Kinder aber auch durch ihre Ehrlichkeit zu echten Vorbildern. Ein Kind aus Kalifornien hat das bewiesen. Wie die amerikanische Nachrichtenwebseite Mashable berichtet, fand es bei seinem Besuch im "Sequoia and Kings Canyon"-Nationalpark einen besonders schönen Zapfen eines Riesenmammutbaums. Den steckte es kurzerhand ein und nahm ihn mit nach Hause.

Das Problem: Es ist verboten, Tannenzapfen aus dem Nationalpark mitgehen zu lassen – was der Sammler vermutlich wusste. Jedenfalls bekam das Kind ein schlechtes Gewissen und schickte den Zapfen mit einem Entschuldigungsschreiben zurück an den Park.

"Ich habe einen Tannenzapfen aus dem Wald mitgenommen und würde diesen gerne zurückgeben", schreibt es darin. "Ich hoffe, er wird wieder neben den Bergmammutbaum gelegt, weil  ich ihn dort aufgesammelt habe." Das Schreiben endet mit dem reumütigen Satz: "Ich entschuldige mich für meine Entscheidung. Danke".

Der Park postete sogleich ein Fotos des Briefes, an den der gestohlene Zapfen mit Tesafilm angeheftet war. In dem Post wird erklärt, dass es gegen die Parkregeln verstoße, etwas mitzunehmen, sei es auch nur ein Tannenzapfen. Der Park sei ein sensibles Ökosystem, aus dem nichts entfernt werden dürfe.

"Wir sind so froh, dass diese junger Mensch über die Erhaltungsmaßnahmen des Parks nachgedacht hat", heißt es. Der kleine Zapfendieb solle als Vorbild für all jene dienen, die auch mal etwas mitgehen lassen haben, ohne die Konsequenzen zu bedenken. "Danke, dass du das zurückgeschickt hast, Buddy", schreibt der Park. Die Facebookgemeinde ist ebenfalls begeistert: "Großartige Erziehung", schreibt ein User an die Eltern des Kindes gerichtet. "Ihr zieht einen guten und verantwortungsbewussten Mitbürger auf". Was mal wieder einen faszinierenden Gesellschaftlichen Mechanismus offenlegt, den wir jüngst schon bei einem Zechpreller entdecken konnten: Kein Dieb zu sein, lässt sich viral schlecht bejubeln. Ein geläuteter Dieb zu sein, hingegen schon.

sob

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