Rammstein setzen auch in Moskau ein Zeichen für LGBTQ

In Polen hat die Band eine Regenbogenflagge geschwenkt. In Russland ging sie einen Schritt weiter.

Rammstein ist bekannt für Kontroversen – aber der jüngste Auftritt der Band in Moskau wurde mit besonderer Spannung erwartet. Am Montag hat die Band im Luschniki-Stadion vor etwa 83 000 Menschen in der russischen Hauptstadt gespielt. Und viele fragten sich vorab: Werden die Musiker wieder ein Zeichen der Solidarität mit der LGBTQ-Community setzen? Die Antwort ist: ja. Während der Show küssten sich Richard Z. Kruspe und Paul Landers auf der Bühne auf den Mund. Später postete die Band das Bild auf Facebook und Instagram. 

Es war nicht das erste Mal, dass sich die Musiker während einer Show küssen. Und dennoch hat der Kuss in Russland eine besondere Bedeutung. Schon wenige Tage zuvor hatte der Schlagzeuger Christoph Schneider bei einem Konzert im polnischen Chorzów eine riesige Regenbogen-Flagge geschwenkt, als die Musiker – wie auch bei vergangenen Konzerten – in Schlauchbooten durchs Publikum getragen wurden. Das ist in Polen wie auch in Russland ein starkes politisches Zeichen. Denn Schwule und Lesben haben es in diesen Ländern schwer. In der polnischen Stadt Białystok zum Beispiel wurden die Teilnehmer*innen der Gay Pride Parade massiv angegriffen, mit Steinen und Flaschen beworfen, bespuckt und mit Urin bespritzt. Gleichgeschlechtliche Lebensweisen sind in Polen weitgehend tabuisiert.

In Russland sieht es ähnlich aus. Per Gesetz sind alle positiven Äußerungen über Homosexualität in Anwesenheit von Minderjährigen, auch in Medien oder im Internet, unter Strafe gestellt. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind nicht anerkannt, homosexuelle Handlungen an sich jedoch legal.

Rammstein positioniert sich also klar, belässt es jedoch bei diesen Gesten. Unter dem Post schreibt die Band lediglich einen einzigen Satz auf Russisch: „Russland, wir lieben dich!“

soas

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