„Er könnte einfach eine Zombie-Version seiner Ex-Freundin darüber stechen lassen“

Wir haben mit einem Tätowierer über Florian Silbereisens Tattoo-Problem gesprochen.
Interview von Christina Waechter

Bildrechte: Andreas Lander, dpa

Eigentlich, sollte man meinen, weiß inzwischen jedes Kind, dass man sich tunlichst nie das Gesicht oder den Namen seiner großen Liebe auf den Leib tätowieren lassen sollte. Das kann nämlich schmerzhafte Folgen haben. Genau diese Erkenntnis kommt vermutlich gerade Florian Silbereisen, dessen großformatiges Porträt seiner Exfreundin Helene Fischer gut sichtbar auf seiner linken Schulter prangt. Wir haben mit Robert Seidel, Besitzer von Tattoo Circle in Passau, darüber gesprochen, welche Möglichkeiten Silbereisen jetzt hat.

jetzt: Robert, hältst du es für eine gute Idee, sich von seiner Liebsten ein großes Portrait auf die Schulter tätowieren zu lassen?

Robert Seidel: Ich würde sagen, das ist eine Frage der Liebe. Ich persönlich würde es nie machen, weil sich so ein Gefühl ja von heute auf Morgen ändern kann.

Florian Silbereisen hat ein Portrait seiner Ex-Freundin auf der Schulter, das er jetzt wohl loswerden will. Was kann er denn da machen?

Die beste Lösung wäre ein Cover-up. Wir haben uns darauf spezialisiert, erst mal mit Laser die alten Tattoos aufzuhellen und anschließend ein Cover-up darüber zu tätowieren.

Warum erst der Laser?

Damit das neue Tattoo nicht zu dunkel gestochen werden muss. Man will ja nicht, dass das alte Tattoo durchscheint und je heller das ist, desto besser lässt sich das eigentliche Tattoo verstecken. 

Robert Seidel, Besitzer von Tattoo Circle in Passau.

Bild: privat

Könnte man theoretisch einfach mit ein paar Strichen eine andere Person daraus machen? Marilyn Monroe zum Beispiel? Oder Marilyn Manson?

Das könnte schwierig werden. Eine Möglichkeit gibt es aber: Er könnte einfach eine Zombie-Version seiner Ex-Freundin darüber stechen lassen, wenn er nicht mehr ganz so gut auf sie zu sprechen ist. Allerdings könnte es dann zukünftig vielleicht Probleme geben, mit ihr weiter einen zivilen Umgang zu pflegen.

Wird es ihm arg weh tun?

Ach, nein. Die Oberarm-Außenseite ist genauso wie die Oberschenkel-Außenseite die am wenigsten schmerzempfindliche Stelle am menschlichen Körper. Deshalb empfehlen wir Tattoo-Neulingen auch immer, ihr erstes Tattoo an dieser Stelle stechen zu lassen.

Und wie lange wird es dauern?

Das kommt immer darauf an, wie die Tätowierung auf die Laserbehandlung reagiert. Aber das dauert schon recht lange. Denn zwischen jeder Laserbehandlung muss man mindestens sechs bis acht Wochen Pause einlegen, damit sich die Haut regeneriert und zwischen der letzten Laserbehandlung und der eigentlichen Tätowierung sollte man sogar ein halbes Jahr vergehen lassen. Denn das ist schon eine echte Belastung für die Haut.

Passiert es euch häufiger, dass jemand vorbeikommt, der das Gesicht oder den Namen eines Ex-Partners nicht mehr auf der Haut haben will?

Cover-ups machen wir häufig. Aber oft sind das auch einfach alte Tattoos, die den Leuten nicht mehr gefallen.

Und redest du bisweilen Kunden auch Tattoo-Wünsche aus?

Wir gehen sehr ehrlich mit unseren Kunden um. Wenn deren Wunsch absurd ist oder sie ein Tattoo an einer Körperstelle haben wollen, die sich nicht eignet, dann weigern wir uns, den Wunsch zu erfüllen. Finger-Tattoos oder Tätowierungen hinter den Ohren machen wir zum Beispiel grundsätzlich nicht, weil die keine gute Haltbarkeit haben – und wir genau wissen, dass die bald wieder auf der Matte stehen würden.

Und wenn ein junger Bursche von 18 Jahren reinkommt, komplett frisch verliebt ist und den Namen seiner Freundin auf die Brust tätowiert haben möchte, dann reden wir ihm das auch aus. Denn das ist einfach idiotisch. Klar ist das eine romantische Geste, aber das böse Erwachen kommt dann halt fast immer hinterher.

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