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Illustration: Federico Delfrati

Niemand, der nicht durch die RTL-Gehirnwäsche verdorben worden ist, findet das Event „Valentinstag“ toll. Für Paare ist der Druck hoch, sich gegenseitig etwas zu schenken, und Singles müssen sich mit ihrem Single-Sein auseinandersetzen. Am Schlimmsten ist es aber für die von der Liebe Enttäuschten: Ob man die Partnersuche schlicht aufgegeben hat, unglücklich verliebt oder frisch getrennt ist, die überall ausgestellten Rosensträuße, Herzkissen und Valentinstag-Sonder-Special-Angebote für zwei können einen schon erheblich nerven. Wir haben deshalb für euch fünf Vorschläge für maximal unromantische Activities, die euren Tag retten.

Tierische Verachtung

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Illustration: Federico Delfrati

Für wen ist es geeignet: Fans von Tierparkserien und andere Tunichtguten. 

Wie geht es: Die Frage ist, wie man sich von einer oder einem Ex symbolisch verabschieden kann – ohne auf peinliche Frauenmagazin-Klischees zurückzugreifen, wie Fotos zu verbrennen oder sich einen Pony zu schneiden. Der moderne, frisch getrennte Mensch schickt den Namen der oder des Verflossenen an die Facebookseite des texanischen Zoos „El Paso“. Die benennen dann eine Kakerlake nach dem oder der Ex und verfüttern sie pünktlich zum Valentinstag an die gemeinsten Säugetiere überhaupt: Erdmännchen. Das Motto der Aktion lautet „Quit bugging me“. Erdmännchen satt, alle glücklich. Übrigens: Die Fütterung wird live auf Facebook übertragen.

Rache-Skala: Sechs von zehn Punkten, plus einen Bonus Point, weil du geholfen hast, die Erde von der Herrschaft der Kakerlaken zu befreien.

Niedere Mächte

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Illustration: Federico Delfrati

Für wen ist es geeignet: Leute mit flexiblen Moralvorstellungen.

Wie geht es: In den USA gibt es eine Telefonnummer, bei der man anruft und via Anrufbeantworter ein Gebet an Satan hinterlassen kann. Betrieben wird das Ganze von „The Satanic Missionary Society of Olympia, Washington“. Und für Satan ist auch wirklich kein Wunsch zu mickrig. Eine Schülerin etwa rief an und hinterließ diese Nachricht: „Hey, ich hätte die Bitte, dass wir zu Satan beten, dass es heute Nacht schneit. Und vielleicht könnten wir auch meine ganze Universität verfluchen. Dann wäre keine Schule. Heil Satan!“ (Hier zum Nachhören). Mögliche Wünsche an den Fürst der Finsternis könnten in eurem Fall also sein: „Lieber Antichrist, bitte mach, dass Jan schlimmen Rückenhaarwuchs bekommt“ oder „Bejubelt Satan! Karos Nudeln sollen für immer verkocht sein“ oder ähnlich Teuflisches.

Rache-Skala: Nur vier Punkte. Es ist zwar bewundernswert hinterhältig, sich an die dunkle Seite der Macht zu wenden, allerdings weiß man wie bei jedem Gebet nicht, wie wirkungsvoll es ist.

Musik-nicht-Liebhaber

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Illustration: Federico Delfrati

Für wen ist es geeignet: Menschen mit Radiogesichtern.

Wie geht es: Du rufst beim Lieblingsradiosender deines ehemaligen Schatzis an und wünscht dir einen Track für sie oder ihn, den er oder sie unerträglich findet. Für alle, die nicht wissen, was das für ein Lied sein könnte, haben wir eine Top-10-Liste erstellt mit Tracks, die universal jeden nerven:

Rache-Skala: Drei Punkte. Wenn es sich gut für dich anfühlt, ist es in Ordnung. Aber die unter 60-Jährigen hören halt nicht mehr Radio.

Schenk Scheiße

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Illustration: Federico Delfrati

Für wen ist es geeignet: Leute mit Gespür für Stil, die einen Klassiker nicht verschmähen.

Wie geht es: Der Name ist Programm. Du kannst jemanden anonym Scheiße schicken. Kot. Kacka. Nummer Zwei. Der Dienstleister, der diesen hervorragenden Service anbietet, gibt sich da auch nicht mit irgendeiner dahergelaufenen Darmausscheidung eines Hundes zufrieden, nein, es wird exotische Elefantenscheiße gesendet. Das billigste Angebot ist schon ab unter 20 Euro zu haben, wer es etwas luxuriöser mag, kann sich aber auch für die „Gigant 5 Kilogramm“-Box für an die 100 Euro entscheiden.

Rache-Skala: Neun Punkte. Abzüge gibt es dafür, dass es Geld kostet und auch nicht der neueste Scheiß ist. Die trotzdem hohe Punktzahl begründet die Jury damit, dass Scheiße halt scheiße ist.

Geflügelte Worte

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Illustration: Federico Delfrati

Für wen ist es geeignet: Für Schwerreiche, für Grundstück-Erben, zukünftige Investmentbanker und alle, die sich eine Wohnung in München leisten können.

Wie geht es: Wenn Geld keine Rolle spielt, steht einem der Himmel wortwörtlich offen. Für knapp 500 Euro kann man sich ein Flugzeug mit einem beschriebenen Banner mieten. Banner sind cool, weil man da richtig kreativ werden kann. Man muss sich halt kurz fassen können. Etwa: „Klara: Selber dumm“,  oder „Max, raus aus meinem Netflix-Account“. In der Schlichtheit liegt aber auch die Kraft. Und selbst wenn die Person das Banner zufälligerweise nicht sieht, oder es gar niemand mitbekommt, so hat man sich selbst doch ein weiteres Mal bewiesen: I’ve got 99 problems, but money to rent a plane pulling a banner ain’t one.

Rache-Skala: Volle zehn Punkte. Wer so reich und kindisch ist, hat das Zeug zum Superbösewicht und sollte darin bestärkt werden.