Die Hose, designt von Kim Jones, gibt es in den Farben Weiß, Khaki und Schwarz.

Die Hose, designt von Kim Jones, gibt es in den Farben Weiß, Khaki und Schwarz.

BIld: screenshot GU

Männer-Mode ist fad, langweilig, man sieht immer das Gleiche und nie, nie, nie passiert auch nur ansatzweise irgendetwas Unterhaltsames oder gar Aufregendes. So weit, so bekannt.

Wenn überhaupt, wird bei Kleidung für Männer über die Farbe gestritten (Obamas heller Anzug war einer der großen Aufreger seiner Amtszeit). Oder es wird alle paar Jahre behauptet, der Zweireiher wäre zurück, worüber sich dann alle pensionierten Kreuzfahrtschiffskapitäne der Welt sehr freuen und der Rest die Anweisung der Modepäpste einfach ignoriert.

Doch nun hat die japanische Modemarke GU eine Hose präsentiert, die tatsächlich mal für ein wenig Aufsehen sorgt. Der Mode-Designer Kim Jones hat für die Billig-Marke, die ausschließlich in Japan erhältlich ist und zur Muji-Kette gehört, eine Männerhose entwickelt, deren Träger definitiv auffallen wird. Es handelt sich dabei um eine ziemlich normale Khaki-Hose mit einem speziellen Feature: Der Hosenlatz ist aus einem andersfarbigen Stoffstück genäht und etwas auffälliger geformt. Dementsprechend zieht er den Fokus auf diese spezielle Körperregion. Wie das aussieht, kann man an diesen jungen Herren sehen: 

Japanische Twitter-Nutzer und Kommentatoren sind einhellig derselben Meinung: „Was zum Teufel sollen diese Männerhosen sein?“

„Ist das jetzt modern?“

„Diese Hosen sind peinlich und ich werde sie nicht tragen. Ist es komisch, bin ich empfindlich? Warum sollte man ausgerechnet dort die Farbe ändern?“

Dem Designer wird von den meisten Kommentatoren jegliche Kompetenz abgesprochen. Was ein bisschen unfair ist, denn Kim Jones ist ein ausgesprochen kompetenter und bekannter Männermode-Designer, der zuletzt von Louis Vuitton zu Christian Dior wechselte, wo er seit kurzem für die Männermode verantwortlich ist. Jones war einer der ersten, der das „Athleisure“-Konzept in die Modewelt gebracht hat und Kooperationen mit angesagten Labels wie „Supreme“ eingegangen ist.

Frauen dagegen lachen sich vermutlich angesichts der kollektiven Aufregung über dieses Design-Feature ein wenig ins Fäustchen. Schließlich weiß man als Käuferin und interessierte Mode-Beobachterin, dass es im Grunde genommen eines der Alleinstellungsmerkmale in der Damenmode ist, die Aufmerksamkeit auf primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale zu lenken. Man nennt das dann „die Vorzüge hervorheben“. 

Also Typen: Regt euch ab und zieht die Hosen an, auf dass die ganze Welt auf euren Schoß starren möge und schwelgt für ein paar Augenblicke in diesem Gefühl. Für nur 990 Yen (das sind nicht mal neun Euro!) seid ihr dabei. Oder lasst es halt bleiben und tragt weiter eure faden Klamotten.

chwa

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