Dieser Twitteraccount kombiniert Fußballwappen mit Bandnamen

Deutsche Nationalmannschaft feat. „Einstürzende Neubauten“.
Von Dirk von Gehlen

Der BVB wird mit der britischen Achtziger-Funk-Band „Level 42“ verheiratet, die Bayern mit den Red Hot Chili Peppers und das Wappen der Nationalmannschaft wird – sehr passend zum WM-Abschneiden – mit den „Einstürzenden Neubauten“ verwoben.

Bild: twitter / Bands FC

Eigentlich fehlen nur Filmzitate. Würde der Twitter-Account „Bands FC“ auch besondere Stellen aus berühmten Kinoklassikern verwenden: Er wäre der größte Traum mitteilsamer und popgebildeter Fußballfans. Aber auch so ist Bands FC der aktuellste Beweis für die Schönheit der Mashup-Kultur. Der Account verbindet (nicht nur im Namen) bekannte Musikgruppen und ebensolche Fußballclubs zu neuen Wappen.

Das ist ein wunderbarer Nährboden für Popstreber-Gesprächsthemen – und deren Angeberwissen. Aber anders als bei reinen Pop-Protzereien mit Filmzitat geht es hier nicht nur um das Erkennen des Bezugs, sondern eben auch um die Kombination, die etwas Neues entstehen lässt:  Wenn man zum Beispiel die Kanone im Wappen der so genannten Gunners aus London durch jene ersetzt, die man auf dem Cover von „For Those About To Rock“ findet, dann entsteht eben mehr als die Freude darüber, dass man den FC Arsenal und das siebte Studioalbum von ACDC erkennt. Es entsteht vor allem ein neues Wappen, das die Form desjenigen des Londoner Fußballclubs hat, aber den Namen der australischen Rocker trägt.

Was beim Witz die Pointe, ist bei derartiger Mashup-Kultur der Bezug. Wer den Eiffelturm auf dem „Bands FC“-Wappen mit der Aufschrift „Daft Punk“ liest, versteht, dass hier die französische Helm-House-Band mit der Mannschaft von Thomas Tuchel verbunden wurde. Das blaue Vereinswappen stammt ursprünglich von Paris St. Germain. Aber anders als im Fußball-Original steht in der Bands-FC-Version eben „Daft Punk“ unter dem Eiffelturm.

Die Idee zu Bands FC stammt – wen wundert’s – von einem Musiker, der Fußball mag: Tim Burgess von der britischen Band The Charlatans kam mit einem befreundeten Grafikdesigner auf die Idee, Bands als Clubs und Clubs als Bands zu denken. Seit Mai kombinieren sie dafür gemeinsam mit anderen Designern neue Wappen. Den Anfang machte eine Kombination aus Burgess’ Band mit einem anderen Londoner Fußballclub: Charlton Athletic und die Charlatans wurden verheiratet. Und so nahm der Mashup-Erfolg des Accounts seinen Lauf.  Vorläufiger Höhepunkt sollen museale Würdigungen werden: Ausstellungen im „Salford Lads Club“, in der „British Music Experience“ in Liverpool sowie im „Pop Recs Ltd“ in Sunderland sind geplant.

Voller Neid blicken deutsche Popstreber auf das britische Ball-Phänomen „Bands FC“. Denn was ist schon die Bundesliga gegen die Stars der Premier League? Was ist Andreas Bourani gegen Bands wie Oasis, Muse oder The Cure? Dabei gibt es für germanischen Gram in diesem Fall eigentlich gar keinen Grund. Denn – Achtung, wichtiges Popstreber-Finale – in Wahrheit war es gar nicht Tim Burgess, der zuerst auf die Idee zu diesen Neukombinationen kam. Leserinnen und Leser des Fußball-Magazins 11 Freunde kennen das Prinzip nämlich schon länger: In den Bundesliga-Sonderheften der vergangenen Jahre kombinierte die Redaktion deutsche Clubs der ersten und zweiten Liga mit bekannten Bands. Das war mindestens genauso gut wie die Wappen von Bands FC – und sollte im Rahmen der „Bands FC“-Ausstellungen ebenfalls gezeigt werden.

Bis dahin hier noch eine Auswahl der besten Wappen:

Noch mehr Fußball (und Musik)? Bitteschön:

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