Partner von

Farid Bang und Kollegah besuchen Gedenkstätte Auschwitz

Nachdem das Internationale Auschwitz Komitee sie dazu eingeladen hatte.
  • 9526436c 9cef 48d7 8fad 0060eebda41e
    Foto: dpa/Bernd Oertwig; Iak

Am Donnerstag besuchten Rapper Farid Bang und Kollegah die Gedenkstätte des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Dazu waren sie vom Internationalen Auschwitz-Komitee eingeladen worden, nachdem SZ-Redakteur Martin Zips und Musiker Marius Müller-Westernhagen  in einem Interview den Anstoß dazu gegeben hatten. Darin sagte Müller-Westernhagen: „Für Farid Bang und Kollegah wäre es vielleicht mal gut, wenn man sie durch das Lager Auschwitz-Birkenau führen würde.“ 

Müller-Westernhagen hatte vor knapp zwei Monaten als einer von vielen Musikern seinen Echo zurückgegeben, nachdem auch die beiden Rapper trotz zahlreicher Antisemitismus-Vorwürfe mit dem Musikpreis ausgezeichnet worden waren. Die Empörung machte sich vor allem an der Liedzeile „Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“ fest. Auch Medien verurteilten die Auszeichnung der beiden Rapper. In der Konsequenz wurde der Echo abgeschafft.

Den Besuch der Rapper plante das Komitee bewusst als privaten, nicht-öffentlichen Termin. Zuvor hatte Christoph Heubner, der Vizepräsident des Komitees, Rat bei der Süddeutschen Zeitung über ein adäquates Vorgehen in der Sache eingeholt, nachdem er meinte: „Wir haben mit Gangsterrappern bisher überhaupt keine Erfahrung.“

Am Ende war man sich schnell einig, dass Farid Bang und Kollegah am besten ohne Smartphone und Presse die Geschichte dieses Ortes auf sich wirken lassen sollten. Stattdessen begleitete Christoph Heubner die Rapper selbst beim Rundgang. Farid Bang und Kollegah legten dabei an der „Todeswand“ am Block 11, dem sogenannten Todesblock, Blumen zu Ehren der Ermordeten nieder. Außerdem trafen sie junge Deutsche und Polen, die sich für den Erhalt der Gedenkstätte im Vernichtungslager Birkenau engagieren. 

Heubner sagte am Ende: „Für die Auschwitz-Überlebenden ist der Besuch der Rapper eine Genugtuung und auch eine Geste an ihre jungen Fans, dass Hass, Menschenverachtung und Antisemitismus in keiner Kunst einen Platz haben sollten.“

Heubner sagte außerdem, dass der Besuch anscheinend vieles in der Welt der Rapper in ein völlig neues Licht gerückt habe. Ob dieses Umdenken tatsächlich so stattgefunden hat, beziehungsweise von Dauer sein wird, bleibt abzuwarten. Weder Farid Bang noch Kollegah haben sich bisher öffentlich dazu geäußert. 

lath

Mehr zu Farid Bang und Kollegah: