Kanye West will für die US-Präsidentschaft kandidieren

Kluger Move? Versteckte Wahlkampfhilfe für Trump? Promotion für sein neues Album? Twitter ist über Kanyes Ankündigung gespalten.
kanye west

Kanye West ist bekannt dafür, immer wieder besondere Einfälle auf Twitter zu verbreiten.

Foto: dpa/Johnathan Brady

US-Rapper Kanye West will für die US-Präsidentschaft kandidieren. „Wir müssen nun das Versprechen Amerikas umsetzen, in dem wir Gott vertrauen, unsere Vision vereinen und unsere Zukunft gestalten“, schrieb der Musiker auf Twitter.

Ob er tatsächlich noch in diesem Herbst gegen Amtsinhaber Donald Trump und gegen dessen demokratischen Herausforderer Joe Biden ins Rennen ziehen würde, ließ West offen. Der Rapper machte keine weiteren Angaben. Sein Tweet führte allerdings schnell zu sehr sehr vielen unterschiedlichen Reaktionen. „Du hast meine volle Unterstützung!", schrieb etwa Tesla-Chef Elon Musk in einer Antwort an West.

Auch weniger prominente Menschen kündigten auf Twitter ihre Unterstützung an:

Ein eher skeptischer Twitter-User verlieh seiner Ungläubigkeit ob Kanyes Ankündigung – vermutlich stellvertretend für eine Vielzahl anderer Menschen – so Ausdruck:

Aber auch sehr kritische Stimmen wurden laut, die vor der Wahl Kanyes warnen. Seine Kandidatur könnte die afroamerikanische Community spalten, entscheidende Wählerstimmen für Joe Biden könnten außerdem jetzt an Kanye gehen  ­–  und genau das würde dann am Ende Donald Trump nutzen.

Was womöglich Kanye Wests Intention sein könnte. Der Rapper war schließlich einer von wenigen populären Künstlern, die Trump öffentlich unterstützten. 2018 traf er Trump im Weißen Haus und trug dabei eine Baseball-Mütze mit dessen Wahlkampf-Slogan „Make America Great Again“. Schon zuvor hatte er sich als Trump-Fan ausgegeben, das später allerdings als Witz bezeichnet.

Möglich ist also auch, dass das Ganze ein PR-Gag ist und der Promotion seines bereits angekündigten neuen Albums  „God’s County“ dienen könnte. Das Video zur ersten Singleauskopplung wurde jedenfalls vor ein paar Tagen veröffentlicht.

Darin geht es unter anderem darum, wie durch das massenhafte Inhaftieren von Schwarzen Menschen in den USA und dem oft damit einhergehenden Verlust des Wahlrechts die Unterdrückung von Afroamerikanern aufrechterhalten wird.

Seine politischen Ambitionen hat der Ehemann von Reality-Star Kim Kardashian jedenfalls schon häufiger geäußert. 2015 bei den MTV Video Music Awards erklärte er, bei der US-Wahl im Jahr 2020 antreten zu wollen. Vor zwei Jahren sagt er dann in einem Radiointerview, möglicherweise im Jahr 2024 für das Präsidentenamt zu kandidieren. Nach eigener Aussage wollte er als gemäßigter Kandidat antreten.

pwe (mit Material von dpa)

  • teilen
  • schließen