"Dear Americans"

Ein Twitterer verweist Trump-Wähler auf schlechte Erfahrungen der deutschen Geschichte.

Wenn man sich das Erstarken populistischer Schreihälse über die letzten Jahre anschaut, könnte man meinen, dass die rechte Hirnhälfte der Menschheit an einer massiven Störung des geschichtlichen Kurzzeitgedächtnisses leidet. Diese Vermutung hat ein Twitterer unter dem Pseudonym „Johan Franklin“ vor einigen Tagen pointiert in einem eleganten kleinen Tweet an die Bevölkerung der USA zusammengefasst, der sofort unter #beentheredonethat durch die Decke ging.

In einem Interview mit Huffington Post UK offenbarte sich der gute Mann mittlerweile als IT-Berater, der aus Hamburg stammt und zurzeit in San Diego wohnt. Er sagt, dass der Auslöser für den Post die Frustration war „Menschen zu begegnen, mit denen ich mich großartig verstanden hatte, die zu Trump-Unterstützern wurden und vollkommen unzugänglich für eine zivilisierte Diskussion wurden.“

Unter anderen re-tweetete J.K.Rowling den Text an ihre 8,5 Millionen Follower. Und vermutlich weil kaum jemand Deutschlands Kernkompetenz als Ansprechpartner für historische Fehlentscheidungen anzweifelt, waren die Reaktionen auf den Post überwiegend positiv. Natürlich kam trotzdem auch Gekreische auf. Neben einer obligatorischen Todesdrohung wurde behauptet, der Tweet sei ein Fake und Johan Franklin arbeite für die Hillary Clinton Wahlkampagne.

Und obwohl „Don’t feed the troll“ in den meisten Fällen ein sinnvoller Ratschlag ist, nahm sich „Johan“ die Zeit und verfasste einen zweiten Text. In dem geht er auf die Vorwürfe zum ersten ein und leistet nebenbei einen wertvollen Beitrag im Kampf gegen das schmerzhafte Klischee „humorloser Deutscher“:

haaf 

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