Jon Stewart hat seinen Twitter-Kampf mit Trump auf die Bühne gebracht

Und das ist sehr, sehr lustig.
Jon Stewart

Jon Stewart bei dem Comedy-Festival "Stand Up For Heroes" am 1. November in New York.

Foto: Greg Allen/ AP

Der Twitter-Krieg selbst liegt schon etwas zurück, aber erst jetzt hat der US-Komiker Jon Stewart ihn in einem Bühnenprogramm verarbeitet. Titel: "Der Tag an dem ich aufwachte, um festzustellen, dass jemand seltsames Zeug über mich twittert". Wobei "jemand" in diesem Fall Donald Trump meint, und die Geschichte, die ein Zuschauer gefilmt und auf Youtube gestellt hat, geht im Video so:

Und nacherzählt so: Es ist der 24. April 2013, 11 Uhr am Vormittag, als ein Kollege in Stewarts Büro kommt und ihm mitteilt, was Donald Trump gerade getwittert hat: "I promise you that I'm much smarter than Jonathan Leibovitz – I mean Jon Stewart @DailyShow. Who, by the way, is totally overrated." Ließe sich bis hierhin gut ignorieren.

Am 3. Mai 2013 entdeckt Stewart dann allerdings folgende Einlassung Trumps auf Twitter: "Wenn Jon Stewart so über den Dingen steht und so ehrenwert ist, warum hat er seinen eigentlichen Namen Jonathan Leibowitz geändert? Er sollte stolz auf seine Herkunft sein!" Jon Stewart ist der Künstlername des 53-Jährigen.

Trump wiederholt diese Frage in mehreren Tweets. Stewart reagiert erst mal nicht. "Mir dämmerte, dass dieser Typ wohl versucht, die Leute wissen zu lassen, dass ich jüdisch bin", erzählt Stewart: "Und ich dachte mir so: Erledigt nicht schon mein Gesicht das?" In der Vergangenheit ist Trump schon öfter durch antisemitisch wirkende Anwandlungen aufgefallen.

Schließlich retourniert Stewart dann aber doch: "Viele Menschen wissen nicht, dass Donald Trump's echter Name Fuckface Von Clownstick ist. Ich wünschte, er wäre stolz auf seine Von-Clownstick-Herkunft", twittert er. Ein Fantasiename, den die Internet-Gemeinde begeistert aufgreift. Ab hier eskaliert das Scharmützel zusehends und endet damit, dass Trump Stewart eine "pussy" schimpft.

Wohl, weil Trump für seine unflätige Ausdrucksweise schon berüchtigt ist, haben ihm seine Berater der New York Times zufolge jetzt untersagt, bis zur US-Wahl noch Tweets abzusetzen. Der amtierende Präsident lacht darüber: "Sie hatten so wenig Vertrauen in seine Selbstbeherrschung, dass sie gesagt haben: Wir nehmen dir jetzt einfach Twitter weg", sagte Barack Obama am Sonntag bei einer Wahlkampfveranstaltung von Hillary Clinton.

Und weil man angesichts seiner Rhetorik so leicht vergisst, dass Trump ja theoretisch US-Präsident werden könnte, hier vielleicht noch Stewarts Abschluss-Tipp: "Wählt im November weise."

fran

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