Instagram bietet Hilfe für Suizidgefährdete an

Und setzt darauf, dass Nutzer verdächtige Postings ihrer Freunde melden.
Foto: stop-sells/photocase.de

Kann man an den Postings eines Menschen erkennen, ob er gefährdet ist, sich selbst zu schaden? Instagram geht davon aus, und wendet deshalb nun eine Methode an, die Facebook so ähnlich auch hat. Nur scheinen Instagrams Tools etwas ausgefeilter zu sein.

Nutzer können Fotos, die sie beunruhigen, anonym melden. Das können Bilder sein, auf denen eine Person sich in den Arm ritzt, sich sichtlich abgemagert, aber stolz auf einem Selfie zeigt oder seine Bilder mit Kommentaren versieht, die vermuten lassen, sie könne sich selbst etwas antun. Der Bilder-Sharing-Dienst schreibt den Betroffenen dann an, erklärt ihm, dass jemand sich um ihn sorge und bietet an: "Falls du Unterstützung brauchst, wir würden gerne helfen."

Unter der Überschrift "Can we help?" hat Instagramm dann mehrere Vorschläge für den User: den Hinweis, mit Freunden zu reden. Einen Link zu Tipps und Informationen, wie man sich helfen lassen kann. Und die Telefonnummern von örtlichen Seelsorge-Diensten, basierend auf dem Standort des Nutzers.

Auf diese Seite mit Hilfsangeboten kommt man aber nicht nur, wenn ein Freund einen gemeldet hat. Sondern auch, wenn man nach bestimmten Hashtags wie #selfharm sucht, die Instagram inzwischen blockt.

Beraten lassen hat sich Instagram bei der Entwicklung von Experten aus dem Bereich Suizidprävention und Forschern an Universitäten. Dort gibt es schon länger Versuche, Warnsysteme mit künstlicher Intelligenz auszustatten. Das Digital-Fachmagazin Wired erinnert an ein Projekt der Universitäten von Harvard und Vermont. Einem gemeinsamen Team ist es gelungen, mithilfe von Algorithmen depressive Tendenzen bei Menschen zu erkennen – anhand ihrer Instagram-Postings. Denn Gesichtsausdrücke können Hinweise geben. Die Farbwahl. Oder der Filter, für den sich der Nutzer entscheidet.

Nun ermuntert Instagram aber erst mal seine Nutzer dazu, bei den Postings seiner Freunde genau hinzusehen. Allerdings geht das bislang nur in den USA, wo das Tool seit kurzer Zeit verfügbar ist.

fran

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