Als Wurst für mehr Gleichberechtigung in der Filmbranche

Bei der Verleihung des wichtigsten australischen Filmpreises kommt es zu Tumulten.

Kurze Wortkunde zum Einstieg: Wenn man im englischsprachigen Raum von einem "sausage fest" spricht, meint das eine Party, auf der hauptsächlich Männer herumstehen. Das kann den späten Zeitpunkt meinen, an dem nur noch Jungs im Club übrig sind – oder strukturellen Sexismus etwa in Führungsetagen. In Australien haben Frauen den Begriff gerade bildstark umgesetzt. Etwa 15 Aktivistinnen stürmten auf den roten Teppich der diesjährigen AACTA-Awards-Verleihung in Sidney, dem wichtigsten australischen Filmpreis – in Wurstkostümen und mit einem Protestschrei auf den Lippen. Sie forderten so mehr Gleichstellung in der Film- und Fernsehbranche.

Der Hintergrund: Wie der Guardian berichtet, führten bei nur zwei der aktuell 28 für den AACTA nominierten Filme Frauen die Regie. Bei den von 2006 bis 2015 eingereichten Filmen waren 37 Prozent der Produzenten weiblich. Laut dem Fördermittelgeber Screen Australia liegt der Frauenanteil unter Australiens aktiven Regisseuren bei 16 Prozent. Der Verband Women in Film and Television (Wift), der den Protest organisierte, fordert daher eine Quotenregelung in der Branche.

Lange konnten sich die Aktivistinnen nicht auf dem roten Teppich halten. Die Sicherheitsleute zerrten sie schnell herunter. Zu spät allerdings. Das Bildmaterial der "Würste" zirkuliert längst im Internet.

fran

Mehr Aktivismus:

  • teilen
  • schließen