Wer oft süße Tierbilder anschaut, liebt seinen Partner mehr

Das ist das (sehr grob zusammengefasste) Ergebnis einer US-Studie mit ernstem Hintergrund.

So süß! Mehr Liebe!

Foto: Patrick Pleul / dpa

In deiner Beziehung läuft es gerade nicht so gut? Kein Problem: Du musst dir bloß alle drei Tage Bilder von süßen Tieren anschauen, dann stellt sich dein Hirn wieder auf Liebe ein!

Na gut, ganz so einfach ist es leider nicht. Trotzdem hat eine Studie der Florida State University jetzt ergeben, dass das Unterbewusstsein von Paaren in Stresssituationen durch schöne Bilder positiv beeinflusst werden kann.

Die Forscher zeigten 144 Paaren sechs Wochen lang alle drei Tage eine Bildergalerie. Aufgabe der Paare war angeblich, sich zu notieren, wann darin Fotos von Hochzeiten oder glücklichen Paaren auftauchten. In der Galerie wurden ihnen aber auch Bilder von ihren eigenen Partnern gezeigt – und zwar sah ein Teil der Probanden diese Fotos neben neutralen Bildern, der andere Teil neben besonders positiven, zum Beispiel von einem leckeren Essen oder eben einem süßen Tier. Alle zwei Wochen wurden die Teilnehmer befragt, mit was sie ihren Partner assoziieren, ob mit eher positiven oder eher negativen Gefühlen. Diejenigen, denen die tolle Pizza oder der knuffige Hund gezeigt worden waren, nannten im Laufe des Experiments immer häufiger positive Assoziationen und waren insgesamt zufriedener mit ihrer Beziehung.

Die Studie hat einen ernsten Hintergrund: Anlass war eine Anfrage des US-amerikanischen Department of Defense eine Methode zu entwickeln, mit der man die hohen Scheidungsraten unter Soldaten senken kann. Deren Stress-Level belastet oft auch ihre Beziehungen, zudem sind die Paare oft räumlich voneinander getrennt. Darum sucht das Verteidigungsministerium jetzt nach Wegen, die Ehen seines Personals zu retten oder zumindest zu unterstützen. (Ob diese Herangehensweise da die beste Strategie ist, anstatt den Paaren umfassende psychologische Hilfe und Unterstützung anzubieten, bleibt fraglich.)

Die Lösung ist aber nun nicht, all diesen Paaren laufend niedliche Kätzchenbilder zu zeigen. Das Forscher-Team um den Psychologie-Professor James McNulty hat mit dieser Studie bisher ja nur bewiesen, dass man unser Gehirn ziemlich gut austricksen kann. Dass also Assoziationen, die viele unserer Gefühle bestimmen (beliebtes Beispiel: der Song, zu dem man zum ersten Mal geküsst hat, macht einem heute noch ein gutes Gefühl), auch künstlich hervorgerufen werden oder trainiert werden können. Im nächsten Schritt wollen die Forscher nun testen, wie lange der Effekt anhält und ob man ihn verstärken kann, wenn er individuell angepasst wird. Wenn also Menschen, die bei Baby-Pandas oder schönen Blumen in Verzückung geraten, genau diese gezeigt werden. Um daraus dann eventuell eine Methode zu entwickeln, mit der man vielleicht wirklich Beziehungen wieder auf eine positivere Basis stellen kann.

Unser größter Wunsch wäre ja, dass die Methode irgendwann so ausgereift ist, dass sie allumfassend eingesetzt werden kann. Denn dann würden niedliche Tierbilder endlich wirklich zum Weltfrieden beitragen. Sie sich auch jetzt schon ab und zu anzuschauen, kann aber in jedem Fall nicht schaden. 

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