So beschäftigen sich Chines*innen in Quarantäne

Elf Millionen Menschen in Wuhan sind wegen des Coronavirus isoliert. Da helfen offenbar nur Indoor-Angeln und Wohnzimmer-Tennis.

In Wuhan sind Millionen Menschen wegen des Corona-Virus in Quarantäne. Wie sich das wohl anfühlt?

Foto: Getty Images

Die Millionenstadt Wuhan ist von der Außenwelt abgeschnitten. Etwa elf Millionen Menschen stehen in der chinesischen Stadt unter Quarantäne – seit mittlerweile sechs Tagen. So soll verhindert werden, dass der Corona-Virus sich weiter verbreitet, der dort zum ersten Mal aufkam. Nicht nur Wuhan, auch zwölf andere Städte in der am stärksten betroffenen zentralchinesischen Provinz Hubei haben die Behörden abgeriegelt, betroffen sind etwa 56 Millionen Menschen.

Die Entscheidung der chinesischen Regierung wurde von verschiedenen Seiten scharf kritisiert. Ansteckungen hat es übrigens trotz der Quarantäne außerhalb dieser Städte gegeben. Sogar ein erster Fall in Deutschland ist bestätigt. Die Menschen in Wuhan müssen dennoch in der Stadt verharren, wissen nicht, wie es für sie weitergehen wird. Diese Situation hat zwei Effekte, die sich gerade sehr gut in den sozialen Medien begutachten lassen:

Erstens: Eine solche Ausnahmesituation schweißt viele Menschen offenbar zusammen. Auf Twitter kursieren gerade mehrere Videos, die Folgendes zeigen: Menschen stehen in sehr hohen Wohnblöcken auf ihren Balkonen oder am offenen Fenster und singen das Wort „Jiāyóu“ – das bedeutet grob übersetzt so etwas wie „wir kämpfen weiter“. So wollen sich die Nachbar*innen wohl gegenseitig unterstützen und zeigen: Wir sind alle in der gleichen, ziemlich blöden Situation – aber wir halten zusammen und wir kommen hier raus.

Der zweite Effekt ist: Die Menschen werden kreativ. Viele gehen nicht mehr zur Arbeit und verlassen ihre Wohnungen so selten wie möglich. Das bedeutet: sehr viel Zeit daheim. Und wenn man irgendwann genug geschlafen, gelesen und vor dem Fernseher rumgehangen hat, dann kommt man auf Ideen, die man sonst vielleicht nicht so schnell hätte. Indoor-Angeln zum Beispiel. Oder Wohnzimmer-Tennis. Einige der Betroffenen teilen ihre Videos im chinesischen sozialen Netzwerk Weibo. Von dort werden sie weiter auf Twitter getragen.

Schwer zu sagen, wie es für die Bewohner*innen von Wuhan weitergehen wird. Zu hoffen bleibt aber, dass Indoor-Angeln und Wohnzimmer-Tennis sie erfolgreich vor einer Erkrankung schützen.

soas

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