Ein dänischer Politiker wirbt auf einer Porno-Seite für sich

Als Politiker soll man schließlich da hingehen, wo die echten Menschen sind.

In deutschen Innenstädten lachen einen im Moment, so kurz vor der Europawahl, von gefühlt jedem Laternenpfahl Politikerinnen und Politiker auf Plakaten an. Neben ihnen stehen oft Floskeln, die abgedroschener nicht sein könnten: „Zusammenhalt“, „Für ein besseres Europa“, „Wirtschaft stärken und Umwelt schützen“. Nicht besonders kreativ.

„Das kann ich besser“, dachte sich wohl Joachim Olsen, ein dänischer Politiker der „Liberal Alliance“. Der ehemalige Kugelstoßer kandidiert gerade bei der in Dänemark anstehenden Parlamentswahl – und wirbt statt nur mit inhaltsleeren Plakaten, auch mit Anzeigen im Internet. Genauer da, wo sich ihm zufolge die meisten Dänen aufhalten: auf der Porno-Seite „Pornhub“.

Nicht nur der Ort der Anzeige, sondern auch der Inhalt sticht dabei aus herkömmlicher Werbung hervor: „Når du er færdig med at gokke, så stem på Jokke,“ steht auf dem Banner neben seinem Kopf und dem Parteilogo. Das heißt so viel wie: „Wenn du mit dem Wichsen fertig bist, stimm' für Jokke.“ Jokke ist ein Spitzname für Joachim. Auf Anfrage von jetzt hat er zwar noch nicht reagiert, nach ersten Medienberichten bestätigte der Politiker aber die ungewöhnliche Werbung. Er hoffe einfach, alle hätten so etwas zu lachen:

Gegenüber Danmarks Radio reagierte er auf mögliche Kritik: „Mir ist klar, dass manche Leute empört sind. [...] Aber diejenigen, die mich als Politiker kennen, wissen, dass ich ein ernsthafter Politiker bin.“ Er glaubt, dass es in einer ernsthaften Kampagne auch erlaubt sein sollte, ein bisschen Spaß zu verbreiten.

Auf Twitter teilt er schließlich noch gegen seinen Konkurrenten, den rechtsradikalen Rasmus Paludan, aus. Wenn es Anzeigen auf Pornhub brauche, damit sein Konkurrent es nicht in die internationalen Medien schaffe, nehme Olsen das gerne auf sich.

nsp