Es schneit, es stürmt, die Temperaturen dümpeln um den Gefrierpunkt herum. In vielen deutschen Städten herrschen heute Wetterverhältnisse, bei denen man nicht besonders gerne rausgeht und stundenlang demonstriert. Aber niemand hat behauptet, dass es leicht wäre, unseren Planeten zu retten.

Genau das aber haben heute in Deutschland Tausende Schüler in 56 Städten vor. Sie folgen dem Vorbild von Greta Thunberg, einer 16 Jahre jungen Umweltaktivistin aus Schweden, die seit August 2018 jeden Freitag gegen den Klimawandel streikt, anstelle in die Schule zu gehen. Das Motto ist klar: Wozu in die Schule gehen und lernen, wenn die Zukunft verloren scheint? Wenn Politiker nichts gegen den Klimawandel unternehmen, obwohl alle Zahlen und Fakten schon vorliegen?

Die Demos haben zum Teil schon um acht Uhr morgens begonnen, in zahlreichen Städten demonstrieren Schüler für eine bessere und nachhaltigere Klimapolitik. Unter dem Hashtag #FridaysForFuture twittern und instagrammen die jungen Menschen was das Zeug hält. So auch hier in Freiburg.

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#fridaysforfuture

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Diese zwei Hamburgerinnen haben verstanden, was Sache ist.

Kieler Schüler standen heute als eine der Ersten auf den Straßen.

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#fridaysforfuture #climatechange #kiel

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Und auch die Hauptstadt ist bei dem bunten Protest ganz vorne mit dabei.

In Erlangen gehen sogar schon die allerkleinsten mit auf die Straße.

In Halle können sich die Schüler über einen strahlend blauen Himmel freuen.

Schüler in München haben mit kleineren Schneestürmen zu kämpfen. Umso mehr sticht hier das Banner ins Auge: Wir schwänzen nicht. Wir streiken.

Leider gibt es immer noch genug Menschen, die den engagierten Jugendlichen unterstellen, nicht aus politischer Überzeugung zu handeln.

Die Schüler müssen natürlich eventuell mit Konsequenzen rechnen, denn es ist nicht erlaubt, dem Unterricht fernzubleiben – auch nicht, wenn man demonstrieren geht und sich für die Umwelt engagiert. Einige Schulleiter hatten ihren Schülern die Teilnahme schon im Voraus verboten und mit Strafen wie zum Beispiel Verweisen gedroht.

Auch die Junge Union (JU) in Baden-Württemberg fordert, dass Fehlzeiten, die aufgrund der Teilnahme an Streiks entstanden sind, ins Zeugnis eingetragen werden sollen. Tatsächlich sieht die gesetzliche Schulpflicht nicht vor, dass Schüler während des Unterrichts ein Streikrecht haben. Stattdessen können Schüler in ihrer Freizeit demonstrieren, denn mit „mit Schulschwänzen den Klimawandel zu bekämpfen ist in etwa so sinnvoll, wie mit dem Staubsauger durch die Sahara zu laufen“, sagt die JU. Dafür ernteten die Nachwuchspolitiker heftige Kritik. Es hieß, sie wolle das gesellschaftliche Engagement junger Menschen unterdrücken.

Währenddessen nehmen in Köln mehrere hundert Schüler den Bahnhofsvorplatz in Beschlag und bilden eine große Kette.

Nur gemeinsam, Hand in Hand, wenn alle an einem Strang ziehen, lässt sich die Erderwärmung, wie im Pariser Klimaabkommen 2015 beschlossen wurde, noch auf unter zwei Grad im Vergleich zum Beginn des Industriezeitalters zu begrenzen. Diese Informationen scheinen nun, insbesondere bei jungen Menschen, großen Anklang zu finden. Immerhin sind sie es, die noch ein Weilchen auf diesem Planeten leben müssen. Und die haben, wie hier in Zürich, eine ganz klare Meinung zum mensch-gemachten Klimawandel.

Nicht nur in Deutschland und Österreich, sondern auch in der Schweiz versammelten sich bereits letzte Woche über 1000 Schüler, um sich für den Klimaschutz einzusetzen. Dieser jungen Frau ist nicht mehr zum Lachen zumute.

Außerdem waren auch die Straßen Brüssels gestern überlaufen, nachdem laut Angaben der Polizei über 12500 Schüler auf die Straße gegangen sind.

Und es bleibt zu hoffen, dass diese Bewegung so schnell nicht wieder im Sand versickert und weltweit weiterhin jeden Freitag, Schüler das Schulprogramm eintauschen gegen ehrlichen Umweltaktivismus. Wenn ein Haufen „schulschwänzender“ Kinder die Politik nicht zum Umdenken bewegen kann, was dann?

Da bleibt abschließend eigentlich nur, eine nett gemeinte Erinnerung in Richtung Politik.

kael

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