So rebelliert die Jugend in Iran gegen das Regime

Unter anderem weigern sich Studierende, über Flaggen Israels und der USA zu marschieren.

In Teheran protestierten am Wochenende Tausende gegen die Führung Irans.

Foto: Ahmad Halabisaz/dpa

In Iran verschärft sich die Lage. Tausende vor allem junge Menschen gehen auf die Straße, um gegen die Regierung zu protestieren. Hintergrund ist der Abschuss eines Passagierflugzeugs durch iranische Milizen. Dabei kamen 176 Menschen ums Leben, vor allem Iraner*innen.

Die Demonstrierenden kritisierten, dass die Regierung zuerst tagelang vertuscht hatte, dass sie das Flugzeug abgeschossen hatte. Die Revolutionsgarden sagten zwei Tage nach dem Abschuss schließlich, die Maschine sei inmitten der militärischen Konfrontation mit den USA versehentlich als feindlicher Marschflugkörper eingestuft und dann abgeschossen worden. Zuvor hatten die Behörden von einem technischen Defekt gesprochen.

Das macht die Menschen nur noch wütender. Und viele ziehen Konsequenzen: Die einzige olympische Medaillengewinnerin Irans, Kimia Alisadeh, hat das Land inzwischen verlassen und begründete ihre Flucht mit der politischen Situation. Die 21-jährige Taekwondo-Kämpferin bezeichnete sich am Sonntag auf Instagram als „eine der Millionen unterdrückter Frauen in Iran“. Sie veröffentlichte eine Stellungnahme, in der sie auch kritisierte, dass sie einen Hidschab tragen musste. Sie beschuldigte iranische Beamte, frauenfeindlich zu sein.

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با سلام آغاز کنم، با خداحافظی یا تسلیت؟ سلام مردم مظلوم ایران، خداحافظ مردم نجیب ایران، تسلیت به شما مردم همیشه داغدار ایران. شما مرا چقدر می‌شناسید؟ فقط آنطور که در مسابقات، در تلویزیون، یا در حضور مقامات دیده‌اید. اجازه دهید حالا آزادانه، هویت سانسور شده‌ام را معرفی کنم. می‌گویند کیمیا پس از این چیزی نخواهد شد. خودم از این هم فراتر می‌روم و می‌گویم قبل از این هم چیزی نبوده‌ام: «من کیمیا علیزاده، نه تاریخسازم، نه قهرمانم، نه پرچمدار کاروان ایران» من یکی از میلیون‌ها زن سرکوب شده در ایرانم که سال‌هاست هر طور خواستند بازی‌ام دادند. هر کجا خواستند بردند. هر چه گفتند پوشیدم. هر جمله‌ای دستور دادند تکرار کردم. هر زمان صلاح دیدند، مصادره‌ام کردند. مدال‌هایم را پای حجاب اجباری گذاشتند و به مدیریت و درایت خودشان نسبت دادند. من برایشان مهم نبودم. هیچکداممان برایشان مهم نیستیم، ما ابزاریم. فقط آن مدال‌های فلزی اهمیت دارد تا به هر قیمتی که خودشان نرخ گذاشتند از ما بخرند و بهره‌برداری سیاسی کنند، اما همزمان برای تحقیرت، می‌گویند: فضیلت زن این نیست که پاهایش را دراز کند! من صبح‌ها هم از خواب بیدار می‌شوم پاهایم ناخودآگاه مثل پنکه می‌چرخد و به در و دیوار می‌گیرد. آنوقت چگونه می‌توانستم مترسکی باشم که می‌خواستند از من بسازند؟ در برنامه زنده تلویزیون، سوال‌هایی پرسیدند که دقیقاً بخاطر همان سوال دعوتم کرده بودند. حالا که نیستم می‌گویند تن به ذلت داده‌ام. آقای ساعی! من آمدم تا مثل شما نباشم و در مسیری که شما پیش رفتید قدم برندارم. من در صورت تقلید بخشی از رفتارهای شما، بیش از شما می‌توانستم به ثروت و قدرت برسم. من به اینها پشت کردم. من یک انسانم و می‌خواهم بر مدار انسانیت باقی بمانم. در ذهن‌های مردسالار و زن‌ستیزتان، همیشه فکر می‌کردید کیمیا زن است و زبان ندارد! روح آزرده من در کانال‌های آلوده اقتصادی و لابی‌های تنگ سیاسی شما نمی‌گنجد. من جز تکواندو، امنیت و زندگی شاد و سالم درخواست دیگری از دنیا ندارم. مردم نازنین و داغدار ایران، من نمی‌خواستم از پله‌های ترقی که بر پایه فساد و دروغ بنا شده بالا بروم. کسی به اروپا دعوتم نکرده و در باغ سبز به رویم باز نشده. اما رنج و سختی غربت را بجان می‌خرم چون نمی‌خواستم پای سفره ریاکاری، دروغ، بی عدالتی و چاپلوسی بنشینم. این تصمیم از کسب طلای المپیک هم سخت‌تر است، اما هر کجا باشم فرزند ایران زمین باقی می‌مانم. پشت به دلگرمی شما می‌دهم و جز اعتماد شما در راه سختی که قدم گذاشته‌ام، خواسته دیگری ندارم.

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Auch Studierende in Iran protestieren gegen die Regierung. Vor der Uni in Teheran riefen sie am Wochenende unter anderem: „Die Regierung lügt, wenn sie sagt, sie USA wären unser Feind. Unser Feind befindet sich genau hier.“ Auf Videos ist auch zu sehen, wie sie sich weigern, über Flaggen der USA und Israel zu laufen. Diese haben die Mullahs auf den Boden pinseln lassen – die Studierenden sollen die feindlichen Flaggen mit Füßen treten und so täglich beleidigen. Stattdessen drängen sie sich rechts und links an den Seiten vorbei.

US-Präsident Donald Trump hat sich am Wochenende mit einigen Tweets hinter die Protestierenden gestellt. Er warnte die iranische Führung am Sonntag deulich vor einem gewaltsamen Vorgehen gegen regierungskritische Demonstrant*innen. „Töten Sie nicht ihre Demonstranten“, schrieb er in Großbuchstaben auf Twitter. „Tausende sind von Ihnen bereits getötet oder inhaftiert worden.“ Trump warnte: „Die Welt sieht zu. Noch wichtiger ist, dass die USA zuschauen.“ Später wiederholte er die Twitter-Nachricht auf Persisch.

Unterdessen gibt es dennoch Nachrichten von Protestierenden, die von der iranischen Polizei erschossen worden sein sollen. In Videos, die im Internet verbreitet wurden, sind Schüsse in unmittelbarer Nähe von Kundgebungen zu hören. Die Echtheit dieser Videos konnte bislang nicht bestätigt werden. Zudem werden Blutlachen gezeigt. Zu sehen sind auch bewaffnete Männer, die offenbar iranischen Sicherheitskräften angehören. Die iranische Polizei weist das zurück. Man habe nicht auf regierungskritische Demonstrierende geschossen.

soas (mit Material von dpa und Reuters)

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