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Hassan al-Kontar bei seiner Ankunft am Flughafen in Kanada. Mehrere Kanadier hatten ihm die Einreise in ihr Land ermöglicht. 

Foto: Ben Nelms/Ap

Hassan al-Kontar ist mit seinem Leid berühmt geworden: Als Syrer mit abgelaufenem Pass saß er fast sieben Monate in der Transitzone des Flughafens in Kuala Lumpur fest. Seine Geschichte erzählte er auf Twitter, von dort aus verbreitete sie sich bald in der ganzen Welt. Vermutlich auch, weil er viele damit an Tom Hanks' Film „Terminal“ erinnerte. Immer mehr Menschen wollten dem Syrer schließlich helfen, von einem Land aufgenommen zu werden. Auch jetzt sprach mit Hassan über seine Situation. Doch dann wurde er Anfang Oktober überraschend festgenommen. Seitdem hatte es kein Lebenszeichen mehr von ihm gegeben.

In der Nacht auf den Dienstag aber ist al-Kontar überraschend in Vancouver, Kanada, gelandet – das Land will ihm Asyl gewähren. Seine Twitter-Followerin Laurie Cooper, die inzwischen auch eine Freundin von Hassan ist, hat ihm dazu verholfen und ihn am Flughafen in Empfang genommen.

Die guten Neuigkeiten verkündete al-Kontar bereits am Montagabend deutscher Zeit online in einem Video mit dem Kommentar „Breaking News“. Darin berichtet er von seiner neu gewonnenen Freiheit:

„Im Moment ist nicht wichtig, wo ich die letzten zwei Monate war oder was mit mir passiert ist. Die Vergangenheit ist nicht mehr da, was zählt, ist heute und morgen. Heute bin ich in Taiwan am internationalen Flughafen. Und morgen werde ich mein Ziel erreichen: Vancouver, Kanada.“

Al-Kontar bedankt sich dann bei den Menschen vor den Bildschirmen. Er hätte die vergangenen Monate nicht ertragen, vermutlich nicht Asyl bekommen können, ohne die Unterstützung seiner Follower. Vor allem aber nicht ohne die seiner kanadischen Freunde.

In Kanada ist es Privatpersonen nämlich möglich, Flüchtlinge quasi selbst zu sponsoren, sodass sie in dem Land aufgenommen werden. Die Voraussetzungen: Für den Geflüchteten müssen mindestens 13.600 Dollar bereitgestellt werden. Nach Informationen des Guardian nutzte Cooper diese Möglichkeit. Sie und ihre Freunde sammelten per Crowdfunding die nötige Summe.

Doch gerade als Hassans al-Kontars Zukunft in Kanada Form annahm, wurde er verhaftet. Weder sein Anwalt, noch Freunde, noch kanadische Unterstützer hatten Kontakt zu ihm. Man vermutete, er solle nach Syrien ausgewiesen werden. Währenddessen arbeitete das kanadische Konsulat allerdings weiter an seiner Umsiedlung nach Kanada. Bis er schließlich am Sonntag Cooper eine Nachricht schrieb: Er sei unterwegs – einige Stunden später nahm sie ihn am Flughafen in Vancouver in die Arme.

Nachdem der Syrer die guten Neuigkeiten auch dem Rest seiner Follower überbracht hatte, erinnerte er am Ende des kurzen Videos übrigens daran, dass seine Geschichte zwar gut ausgegangen sein mag. Aber dass Millionen Menschen überall auf der Welt noch immer gestrandet sind. Vielleicht nicht am Flughafen in Kuala Lumpur, aber doch zumindest in  Flüchtlingslagern. 

lath

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