Das ist: Mattia Santori, der die „Sardinen-Proteste“ gegen Salvini anführt

Der 32-Jährige und seine „Sardinen“ positionieren sich humorvoll gegen den Populismus in Italien.
Von Sophie Aschenbrenner

Mattia Santori ist der Sprecher der „Sardinen“, die in Italien gegen die Politik von Salvini und seiner Lega protestieren.

Foto: Reuters

Das ist ...

... Mattia Santori. Er führt eine neue, junge Bewegung an, die in Italien gegen die Politik des rechtsnationalen Lega-Chefs Matteo Salvini auf die Straße geht. „Sardinen“ nennt sich die lose Gruppierung, die Mattia gemeinsam mit Giulia Trappoloni, Andrea Garreffa und Roberto Morotti, drei Freund*innen aus Studienzeiten, gegründet hat. Der 32-Jährige lebt in Bologna, hat Politikwissenschaften studiert und arbeitet als Sportlehrer.

Der kommt ...

... ziemlich aus dem Nichts. Bis vor einer Woche haben die meisten Menschen in Italien (und der Welt) noch nichts von Mattia gehört. Mittlerweile ist er Sprecher der „Sardinen“-Bewegung und ständig im italienischen Fernsehen zu sehen. Dabei gründete sich die Bewegung erst am 14. November bei einem Flashmob. Eigentlich wollten die vier Freund*innen in Bologna nur eine Gegenveranstaltung zu einem Wahlkampfauftritt Salvinis in der Sportarena organisieren. Dort sprach Salvini vor 6000 Menschen. Um mindestens genauso viele Menschen wie Salvini versammeln zu können, hatte Mattia spontan die Facebook-Gruppe „6000 Sardine“ gegründet. Am Ende kamen weit mehr Leute zusammen: 15 000 Italiener*innen drängten sich auf dem Marktplatz Bolognas zusammen wie Sardinen.

 

Der geht ...

... genau wie seine Freund*innen mit gutem Beispiel voran: Denn eine Bedingung für die Teilnahme am Protest war, friedlich zu demonstrieren und keine beleidigenden Sprechchöre gegen Salvini zu richten. Außerdem sollten keine Parteien teilnehmen und keine Symbole gezeigt werden – außer Sardinen. Das kam offenbar gut an: Mittlerweile gab es Versammlungen unter anderem in Florenz, Mailand und Palermo.

Bologna, piazza piena di manifestanti contro Salvini | Notizie.it

 

Der kann ...

... nicht nur schnell viele Leute versammeln, sondern auch sonst schnell handeln. In Brüssel ließ er beim Patentamt schon den Namen „Sardinen“ als Marke schützen, genauso wie das Logo: das Bild sich aneinanderdrängender Sardinen. Außerdem beherrschen die Organisator*innen die Sozialen Medien: Mittlerweile haben die „Sardinen“ ein Manifest gegen den Populismus auf Facebook veröffentlicht: „Jahrelang habt ihr Populisten Lügen und Hass über uns ausgeschüttet. Ihr habt Lügen und Wahrheit vermischt und eine Welt geschildert, die euren Interessen entspricht. Ihr habt unsere Ängste und Schwierigkeiten ausgenutzt, um unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen. Eure politischen Botschaften sind leer“, heißt es da.  

Daraus lernen wir ...

... dass Bilder süßer Kätzchen auch als Kampfansage gemeint sein können: Matteo Salvini postete auf Twitter das Foto einer kleinen Katze, die eine Sardine verschlingt. Dazu schrieb er: „Gattini con Salvini“ – also „Kätzchen für Salvini“ und forderte seine Anhänger*innen auf, es ihm gleich zu tun.

Ihm wäre es wohl am liebsten, wenn sich die Proteste möglichst schnell wieder zerschlagen würden. Salvini wirft der sozialdemokratischen Partido Democratico (PD) vor, hinter der Bewegung zu stehen. Die Organisator*innen streiten das aber ab.

 

Nur Google weiß ...

... ob die Menschen häufiger nach Mattia SaNtori oder nach Mattia SaRtori suchen  – es gibt nämlich Beiträge mit beiden Schreibweisen. Er selbst nennt sich auf seinem privaten Facebook-Account zumindest SaNtori.

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