„Ich will kein Mitleid, ich will Veränderung”

Jacob Blake wurde am Wochenende von US-Polizisten in den Rücken geschossen. Seine Schwester hielt nun eine bewegende Rede.
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„Wenn ihr den Namen Jacob Blake sagt, dann stellt sicher, dass ihr auch Vater sagt. Stellt sicher, dass ihr Cousin sagt. Stellt sicher, dass ihr Sohn sagt. Stellt sicher, dass ihr Onkel sagt. Aber stellt vor allem sicher, dass ihr Mensch sagt.“ Das und mehr sagte Letetra Widman Journalist*innen in einer bewegenden Rede zur Polizeigewalt gegen ihren Bruder Jacob Blake.

Am vergangenen Sonntag war der 29-jährige Afroamerikaner Jacob Blake in Kenosha, einer Stadt im Bundesstaat Wisconsin, im Auto unterwegs gewesen. Im Wagen saßen auch seine drei Kinder – die wenig später Fürchterliches mit ansehen mussten. Ein Video der Szene verbreitet sich seit Tagen im Netz: Als Jacob Blake am Rande einer Straße um sein geparktes Auto herumlief, folgten ihm zwei Polizisten mit gezückten Waffen. Als Blake die Vordertür seines Wagens öffnete, schossen die Polizisten sieben Mal in Blakes Rücken. 

Blake liegt seitdem im Krankenhaus, sein Zustand ist kritisch. Der Anwalt seiner Familie sagte Medien: „Es wird ein Wunder brauchen, damit Jacob Blake jemals wieder gehen kann.“ Laut seiner Familie ist Blake nach den Schüssen von der Hüfte abwärts gelähmt.

Laut Jacob Blakes Schwester Letetra Widman reichen deshalb keine Beleidsbekundungen für ihre Familie. „Denn meiner Familie passiert das schon lange.“ Dazu gehörten nämlich auch die anderen Opfer rassistischer Polizeigewalt: „Es ist Emmett Till passiert, Philando Castile, Mike Brown und Sandra (Bland).“ Für all diese Menschen habe Widman Tränen vergossen, sagt sie. Nun aber habe sie schon lange nicht mehr geweint. „Ich bin nicht traurig, ich bin wütend und ich bin müde.“ Denn dass Schwarze Menschen durch die Polizei sterben, sei für sie nichts Neues. Sie endet mit den Worten: „Ich will kein Mitleid, ich will Veränderung!“

Die Tat hat die Proteste gegen rassistisch motivierte Polizeigewalt in den USA deutlich aufgeheizt. In den vergangenen drei Nächten kam es in Kenosha zu massiven Protesten. Bei Schüssen starben in der Nacht zum Mittwoch zwei Menschen. Im ganzen Bundesstaat Wisconsin wurde mittlerweile der Notstand ausgerufen. Die Familie von Jacob Blake rief in der Zwischenzeit zu friedlichen, gewaltfreien Protesten auf.

nkap

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