„Ruth Bader Ginsburg war eine lebende Superheldin“

Der Tod von US-Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg schockt Tausende Menschen. Sie drücken ihre Trauer in Worten und Illustrationen aus.
Ginsburg Cover 2

Ginsburg setzte sich Zeit ihres Lebens für Frauenrechte ein. Für viele ist sie in Vorbild.

Foto: AFP

Sie setzte sich für Frauenrechte und Minderheiten ein und kämpfte unermüdlich für Gerechtigkeit. Jetzt ist Ruth Bader Ginsburg im Alter von 87 Jahren verstorben. Ginsburg war die älteste Richterin am Supreme Court, dem sie seit 1993 angehörte. Und eine Ikone für viele Menschen auf der ganzen Welt. 

Ginsburg verstarb nach langer Krankheit an Bauchspeicheldrüsenkrebs, ihr Tod zeichnete sich ab. Er könnte dem Wahlkampf in den USA eine neue Wendung geben. Sie selbst hatte immer wieder betont, die Wahlen in den USA Anfang November unbedingt noch miterleben zu wollen. Denn Ginsburg war eine von vier liberalen, den Demokrat*innen zugewandten Richter*innen am Supreme Court, ihnen stehen fünf Konservative gegenüber. Ginsburg hatte gehofft, erst nach der Wahl zu sterben – damit Joe Biden dann im Falle eines Wahlsiegs über ihre Nachfolge bestimmen könnte. Jetzt wird der Republikaner Trump wohl versuchen, einen weiteren konservativen Richter einzusetzen. Das wurde bedeuten, dass der Supreme Court noch weiter nach rechts rücken würde. 

In den sozialen Medien trendet seit ihrem Tod der Name der Verfassungsrichterin, viele Menschen – auch in Deutschland – drücken ihre Trauer aus und würdigen ihr Vorbild mit Illustrationen und Zeichnungen. 

Vor allem Frauen sind geschockt. Denn für viele war die Verfassungsrichterin ein Vorbild. Ihr Leben lang setzte sie sich intensiv für Frauenrechte ein und kämpfte sich in einer von Männern dominierten Domäne ganz nach oben. Sie zeigte, dass man es schaffen kann, auch wenn die Voraussetzungen schwierig sind: Ginsburg wuchs in ärmlichen Verhältnissen in einer jüdischen Einwandererfamilie in Brooklyn auf – und machte dann Karriere: Studierte Jura in Harvard, wurde Anwältin, Bundesrichterin, wurde schließlich 1993 von Bill Clinton für den Obersten Gerichtshof der USA nominiert. Sie war die zweite Frau in der Geschichte der Institution überhaupt. 

Viele Frauen betonen, dass Ginsburg fehlen werde. In der Welt, aber auch als ganz persönliches Vorbild. Kaum jemand habe politisch so viel für die Frauen in den USA erreicht wie die Richterin, schreibt eine Nutzerin.

Hunderte Menschen versammelten sich bereits in der Nacht, um zu trauern:

Viele Menschen verarbeiten das Gesicht der Verstorbenen schon jetzt in Illustrationen. Vor allem auf Instagram teilen sie unter dem Hashtag #RIPRBG ihre Werke und drücken ihre Trauer und Betroffenheit aus. Viele kombinieren das Gesicht der Richterin mit bekannten Zitaten. 

Viele Menschen bewunderten Ginsburg nicht nur für ihre harte Arbeit und ihren Gerechtigskeitssinn, sondern auch für ihren Stil. Die Richterin trug gerne außergewöhnlichen Schmuck und Kragen über ihrer Richterrobe.

soas

  • teilen
  • schließen