"Sie können aus einem Klimaabkommen aussteigen, aber nicht aus dem Klimawandel"

Foto: NASA Goddard Space Flight Center / Michael Ares / dpa

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Eine traurige Wahrheit unserer Tage ist, dass uns Nachrichten wie diese nicht mehr wirklich überraschen: Donald Trump will aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aussteigen. Das hat er gestern während einer Pressekonferenz im Rosengarten des Weißen Hauses bekannt gegeben. Seine Begründung: Das Abkommen sei sehr unfair den Vereinigten Staaten gegenüber. Ein schlechter Deal, was sonst.

Ziel des Pariser Klimaabkommens ist, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Bislang haben 197 Staaten das Abkommen unterzeichnet, darunter auch Indien, China und Russland. Unter Barack Obama hatten die USA zuletzt noch 500 Millionen Dollar in den Klimafonds eingezahlt, weshalb Trump in dem Abkommen eine Umverteilung des Wohlstands auf Kosten der USA sieht. Er kündigte an, neu über das Abkommen verhandeln zu wollen – wogegen sich Deutschland, Frankreich und Italien bereits in einer gemeinsamen Erklärung ausgesprochen haben.

Trump stößt mit seiner Entscheidung weltweit auf Unverständnis. Angela Merkel etwa „bedauere die  Entscheidung des US-Präsidenten“. Emmanuel Macron hält Trumps Entscheidung für einen Fehler und spricht den amerikanischen Bürgern Mut zu: „Die Welt glaubt an euch.“ 

Barack Obama war vor eineinhalb Jahren wesentlich an der Ausarbeitung des Abkommens beteiligt. Er gibt sich in seiner Erklärung zuversichtlich, trotz Trumps Entscheidung. Für die aber findet er deutliche Worte: Die US-Regierung schließe sich damit einer kleinen Handvoll Nationen an, die sich der Zukunft verweigern.

Sogar Arnold Schwarzenegger schaltete sich ein. In einer Videobotschaft hält der Schauspieler eine flammende Rede für den Klimaschutz und ruft zu einer Revolution auf – Trumps Ausstieg hin oder her: 

Kanzlerkandidat Martin Schulz erinnert derweil daran, dass Trumps Stil bisher vor allem eins ist: ziemlich rüpelhaft. 

Ein beliebtes Mittel zur Meinungsäußerung in europäischen Städten: Lichtprojektionen. Das Pariser Rathaus strahlte grün, nachdem Trump seinen Ausstieg bekannt gegeben hatte. In Berlin projizierten Umweltaktivisten Trumps Konterfei an die Fassade der US-Botschaft. Ihr Urteil: #TotalLoser, so sad! 

Was Donald Trump in seiner Rede auch klargestellt hat: Er sei Präsident, um die Menschen aus Pittsburgh zu vertreten, nicht die aus Paris. Pittsburghs Bürgermeister Bill Peduto wollte sich da aber nicht mit reinziehen lassen: „Ich kann Ihnen versichern, dass wir den Richtlinien des Pariser Abkommens folgen werden.“ 

Außerdem schob Peduto hinterher, dass in Pittsburgh 80 Prozent der Wähler für Hillary Clinton gestimmt hätten – was ihn bei Trump nicht unbedingt beliebter machen dürfte: 

Selbst in den eigenen Reihen stößt Trump mit seiner Entscheidung auf Unverständnis. Zwei prominente Beispiele: Tesla-Chef Elon Musk und Disney-Chef Bob Iger beenden ihre Beratertätigkeit für den Präsidenten. Aus Protest.

Die User im Netz mutmaßen in der Zwischenzeit, ob Donald Trump möglicherweise noch eine Ersatz-Erde hat. Und wozu Bäume fähig sein sollten, damit Trump sie als schützenswert betrachtet.

Und wir haben diese Szene beobachtet:

jwh

 

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