Eine Strickplattform verbannt alle Arten von Trump-Unterstützung

Das Verbot polarisiert in den USA.

Jayna Zweiman und Krista Suh bei einer Strick-Kampagne 2017: Ziel der Aktion war es möglichst viele pinke Pussyhats zu machen, die Demonstrierende beim "Women's March" in Washington am Tag nach Donalds Trums Angelobung tragen konnten.

Foto: REUTERS

Dass eine so harmlos wirkende Tätigkeit wie Stricken nicht unpolitisch sein muss, ist spätestens seit den Pussyhat-Protesten im Zuge der Inauguration von Donald Trump klar. Jetzt ist der ehemalige Oma-Zeitvertreib noch ein wenig polarisierender geworden: Eine US-Strick-Plattform mit mehr als acht Millionen Mitgliedern hat verboten, ihre Plattform zu benutzen, um Präsident Trump oder seine Administration zu unterstützen.

Das Verbot betrifft alle möglichen Formen – „Posts, Projekte, Muster, Profile und allen anderen Inhalt“, heißt es auf der Webseite. Auch eine Begründung wird von den Betreibern gegeben: „Wir können keinen Raum zur Verfügung stellen, der für alles inklusiv ist und gleichzeitig eine Unterstützung der ‚White Surpremacy’ erlauben. Unterstützung für die Trump Administration ist unleugbar auch eine Unterstützung für die weiße Vorherrschaft“. Nutzer können für Verstöße sogar ganz von der Webseite ausgeschlossen werde.

Nicht alle sind von diesem Schritt begeistert: Das Hashtag #Ravelry trendet in den USA. Darunter sind viele Posts, die sich gegen die neue Policy aussprechen und verkünden, dass sie ihren Ravelry-Account nun löschen würden. Auch, wenn es auf der Seite heißt, dass man sich auch als Trump-Unterstützer weiter einbringen dürfe, solange man sich darüber nicht äußere.

Die Social-Media-Plattform ist dabei nicht die erste, die ein solches Verbot ausspricht. Im Herbst vergangenen Jahres hatte RGB.net, eine für Internet-Maßstäbe prähistorische Role-Playing-Game-Seite, bereits eine ähnliche Regel eingeführt, auf die sich Ravelry auch bezieht. RPG.net gibt jedoch zusätzlich Einblick in ihre Quellenlage, mit der die Website begründet, woher ihre Einschätzung der inhaltlichen Nähe von Trump und der ‚White Surpremacy’ kommt.

Andere Twitter-User feiern die Plattform Ravelry für das Verbot – und wünschen sich ähnlich strenge Anti-Hate-Speech-Regulierungen von größeren Social-Media-Plattformen wie Twitter und Facebook.

Die oft zitierten Pink Pussyhats mit den zwei Lippen gelten bis heute als ein Symbol gegen Trumps Präsidentschaft. Erst am Wochenende hatte eine US-Journalistin Vergewaltigungsvorwürfe gegen Trump öffentlich gemacht.

mpu