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Am Sonntag musste Trump dann doch noch raus in den französischen Regen.

Foto: Benoit Tessier / dpa

Am Samstag sah der Terminkalender des US-Präsidenten einen Besuch eines Friedhofs von US-Soldaten vor, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind. Aber Donald Trump sagte den Termin ab. Das Wetter war zu schlecht, teilte das Weiße Haus mit, es habe den Plan des Präsidenten, mit dem Hubschrauber zu der Gedenkveranstaltung zu fliegen, durchkreuzt. 

Trump blieb also in Paris, unter anderem traf er seinen französischen Amtskollegen Emmanuel Macron zum Essen. Man weiß nicht genau, ob er auch Zeit fand, die Reaktionen zu verfolgen, die in der Heimat auf seine Absage folgten. Gefallen dürften sie ihm nicht. Statt im Regen auf dem Friedhof stand er jetzt in einem Shitstorm.

Denn wenn es etwas gibt, auf dass sich auch im gespaltenen Amerika alle einigen können, ist es die Pflicht, den Veteranen und Gefallenen der US-Streitkräfte Ehre zu erweisen und ihren Leistungen und Opfern Tribut zu zollen.

Trumps Absage rief entsprechend schnell viel Kritik hervor. Von Privatpersonen und Veteranen, aber auch von Politikern wie dem Ex-US-Außenminister John Kerry, dem britischen Abgeordneten und Churchill-Enkel Nicholas Soames, und Tobias Ellwood, dem britischen Staatssekretär für Verteidigung und Veteranen.

Schnell kramten Trumps Kritiker auch Bilder heraus, auf denen seine Vorgänger dem schlechten Wetter trotzten. (Allerdings gingen nicht alle dabei mit großer Liebe zum Detail vor; das Bild von Obama im Regen stammt zum Beispiel von einer Wahlkampfveranstaltung und nicht von einer Gedenkfeier):

Dazu kamen noch Hinweise darauf, dass Trump weniger regenscheu ist, wenn es um sein Hobby geht: Golfen im Regen kann er offensichtlich.

Die Kritiker des Präsidenten vermuteten dementsprechend auch schnell eine faule Ausrede. Ein Militärhubschrauber, der im Regen nicht fliegen kann? Hört sich tatsächlich nach einem Vorwand an, vor allem, weil es natürlich genug Bilder und Videos aus der  Vergangenheit gibt, die beweisen, dass dieser Hubschrauber-Typ auch für Schlechtwettereinsätze geeignet ist. 

Und selbst, wenn der Hubschrauber wirklich nicht fliegen konnte, bleiben für viele immer noch Fragen offen. Zum Beispiel: Warum nicht einfach das Auto nehmen?

Zur Trumps Verteidigung muss man sagen: Es ist ein gehöriger Aufwand, einen Präsidenten durch die Gegend zu fahren. Das Sicherheitsprotokoll verlangt zum Beispiel Straßensperrungen und eine riesige Eskorte. Und die Strecke von Paris zum Friedhof beträgt ungefährt 90 Kilometer über die Autobahn. Die lässt sich nur schwer mal eben spontan POTUS-sicher machen. Andererseits: Regen kann immer vorkommen, und eigentlich ist ein Schlechtwetterplan für solche Präsidenten-Trips immer vorgesehen.

Bleiben also eigentlich nur zwei Schlüsse übrig: Es war Trump nicht wichtig genug, oder sein Team ist nicht kompetent genug, seine Reisen regensicher zu planen. Beides ist nicht grade vorteilhaft für einen US-Präsidenten.

che

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