Vengaboys treten bei Wiener Donnerstagsdemo auf

Da bekommt die Eurodance-Band ihren ganz eigenen David-Hasselhoff-Moment.

Die Vengaboys sind gar nicht nur Boys: Yorick, Denise, Kim and Roy in 2001.

Reuters

Seit dem Antritt der ÖVP-FPÖ Koalition finden in Wien jeden Donnerstag Demos gegen den Rechtsaußen-Kurs der Regierung statt. Diesen Donnerstag können sich die Demonstranten (sowie Passanten und alle anderen Schaulustigen) auf einen Special-Guest-Auftritt freuen: Die Vengaboys höchstpersönlich haben sich entschlossen, die Demonstranten mit ihrem Hit „We're Going to Ibiza!“ zu unterstützen. Sie seien damit einer Einladung der Organisatoren nachgekommen, berichtet der österreichische Radiosender FM4. Der Song aus dem Jahr 1999 ist seit dem Skandal um das Strache-Video zu einem Symbol der Empörung gegen die FPÖ geworden. Aber auch zu einem Symbol des humorvollen Umgangs mit dieser politischen Krise.

Can Gülcü, Mitorganisator der Demos, bestätigte den Gig der Vengaboys gegenüber dem Radiosender: „Es lag auf der Hand, die Vengaboys einzuladen und ihnen ihren David-Hasselhoff-Moment zu bescheren.“ Hasselhoff hat nach eigenen Angaben (!!!) durch seine Performance des Songs „Looking for Freedom“ wesentlich zum Fall der Berliner Mauer beigetragen. Gülcu erzählte außerdem, dass man die Band nicht lange habe überzeugen müssen – sie fänden es cool, dass ihr Song zur Hymne geworden ist. Klar: Für die Vengaboys ist das super Publicity, bis heute touren die Vier mit ihren 90er-Hits durch die Dissen Europas – Vollplayback, versteht sich.

„Sie hätten jeden Bob Dylon Song nehmen können“

Die vierköpfige niederländische Eurodance-Pop-Band, zu deren größten Hits aussagekräftige Titel wie „We like to Party!“ und „Boom, Boom, Boom, Boom!!“ gehören, werden direkt vor dem Kanzleramt auftreten.

In einer Pressemitteilung, die FM4 vorliegt, äußerte sich Bandmitglied Captain Kim euphorisch: „'We’re Going To Ibiza!' als Protestsong in Österreich! Sie hätten auch jeden Bob Dylan Song nehmen können. Dies beweist nicht nur, dass die Österreicher*innen einen fantastischen Musikgeschmack haben. Es zeigt auch, gerade wenn man die Schwere dieses Skandals betrachtet, dass die Österreicher*innen einen fantastischen Sinn für Humor haben!“

Dass die Wiener und Wienerinnen absolut bereit für einen solchen Auftritt der niederländischen Retro-Eurodance-Band sind, beweist nicht nur ihre Einser-Platzierung in den österreichischen Itunes-Charts der vergangenen Woche, sondern auch diese Aufnahmen einer Demo am Sonntag:

Nach dem erfolgreichen Misstrauensvotum am Montagnachmittag gegen Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) heißt es vorerst „Basti Ciao“ – so wie es die Organisatoren der Donnerstagsdemos gehofft hatten. Nachdem die Koalition beendet ist und Kurz sich nun auch nicht mehr Kanzler nennen darf, ist die kommende Donnerstagsdemo damit vielleicht auch die letzte. Da ist es irgendwie passend, wenn es zum Abschluss noch mal einen ordentlichen Tusch von den Vengaboys gibt.

mpu

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