So haben junge Menschen in Hamburg gewählt

Die AfD hätte es nach dem Willen der unter 30-Jährigen nicht erneut ins Parlament geschafft.
Wahl HH cover

Jubel bei der SPD nach den ersten Prognosen Sonntagabend in Hamburg. Die Zahlen veränderten sich noch leicht.

Foto: Christian Charisius/dpa

Hamburg hat am Sonntag eine neue Bürgerschaft gewählt ­ – und gezeigt, dass in einem Stadtstaat eben doch vieles anders ist als in anderen Bundesländern. Während Thüringen noch immer um eine handlungsfähige Regierung ringt und von Krise zu Krise stolpert, sind in Hamburg die Verhältnisse klar: Die SPD mit ihrem seit zwei Jahren amtierenden Oberbürgermeister Peter Tschentscher ist mit 39 Prozent der Stimmen klare Wahlsiegerin.

 

Wie haben die jungen Hamburger*innen gewählt?

Junge Wählerinnen Hamburg

Grafik: SZ, Daten: Forschungsgruppe Wahlen

Hätten nur die Menschen unter 30 Jahren gewählt, wäre nicht die SPD stärkste Kraft geworden, sondern die Grünen. 33 Prozent der Menschen zwischen 18 und 29 Jahren haben für die Umweltpartei gestimmt. Zum Vergleich: Insgesamt liegen die Grünen in Hamburg auf Platz zwei mit 24,4 Prozent aller Stimmen. Dann folgen bei den jungen Menschen die Sozialdemokrat*innen mit 26 Prozent, gefolgt von der Linken mit 15 Prozent.

Die CDU kann gerade einmal sieben Prozent der Jungen überzeugen, die FDP sechs Prozent. Die AfD hätte es nach dem Willen der 18 bis 29-Jährigen in Hamburg gar nicht in die Bürgerschaft geschafft. Tatsächlich hat sie das auch insgesamt nur knapp: Wo am frühen Abend die ersten Prognosen noch davon ausgingen, dass die AfD mit 4,7 Prozent aus der Bürgerschaft fliegen würde (was massiven Jubel vieler Menschen in den sozialen Netzwerken auslöste), musste das später korrigiert werden: Am Montagvormittag nach der Wahl steht die Partei bei 5,3 Prozent und hat es wohl geschafft. Wichtig ist dennoch: Zum ersten Mal bei einer Bundes- oder Landtagswahl verliert die AfD in Hamburg, erhält also prozentual weniger Stimmen als bei der vorherigen Wahl, wo sie auf 6,1 Prozent kam.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Jungen in Hamburg wählen linker und grüner und weniger konservativ als die Älteren. Zusammen kommen die linken Parteien bei den 18 bis 29-Jährigen auf 74 Prozent.

Insgesamt aber haben es die Konservativen in Hamburg nicht leicht. Alles in allem kam die CDU bei der Wahl gerade mal auf elf Prozent, von den über 60-Jährigen wählten 15 Prozent die Christdemokrat*innen und 55 Prozent die SPD.

soas

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