Gerade wurde er wieder restauriert, jetzt wird schon wieder überlegt, ob er ganz weichen soll: Trumps Stern auf dem Walk of Fame.

Gerade wurde er wieder restauriert, jetzt wird schon wieder überlegt, ob er ganz weichen soll: Trumps Stern auf dem Walk of Fame.

Foto: dpa/Ringo Chiu

Man hat es nicht leicht im Leben. Aber wohl doch immer leichter als der Stern Donald Trumps auf dem Walk of Fame. Das zumindest zeigen die Ereignisse der vergangenen Monate. Denn obwohl der Stern ja eigentlich nur eine unschuldige Plakette ist, still und regungslos vor sich hin existiert und versucht, dabei einigermaßen hübsch auszusehen, scheint er zum Hassobjekt vieler US-Amerikaner mutiert zu sein.

Zuletzt wurde er zum wiederholten Mal mit einer Spitzhacke zerstört, vorher und seither war er immer wieder Gegenstand von Vandalismus und Veranstaltungsort von Anti-Trump-Protesten. Und nun, als sei das alles noch nicht dramatisch genug, soll der Stern vermutlich auch noch ganz abgeschafft werden.

Denn obwohl die Organisation hinter dem Walk of Fame, die Hollywood Chamber of Commerce, also Hollywoods Handelskammer, den Stern vor wenigen Wochen erst komplett restaurieren ließ und dann schwor, niemals einen Namen vom Walk of Fame zu entfernen, wollen viele einflussreiche Menschen genau das erreichen: Donald Trumps Stern soll verschwinden.

Am Montag hat sich sogar der Stadtrat von West-Hollywood einstimmig darauf geeinigt. Dazu erließ er einen Beschluss, durch den die Stadt Los Angeles und die Handelskammer Hollywoods zur Entfernung des Sterns gedrängt werden sollen.

Darin steht konkret, der Stern solle „wegen Donald Trumps verstörenden Verhaltens gegenüber Frauen und anderen Handlungen, die nicht zu den Werten der Stadt West-Hollywood, der Region, des Staates und des Landes passen“, entfernt werden.

Als weitere Gründe benennt der Stadtrat Trumps Rolle bei der Trennung von Familien, sein Aussteigen aus dem Pariser Klima-Abkommen und seine Diskriminierung von transsexuellen Militärmitgliedern.

Ob die Verantwortlichen schließlich auf die Forderung des Stadtrates eingehen werden, ist noch nicht klar. Denn obwohl sie schon öfter dazu aufgefordert wurde, Sterne zu entfernen, weigerte sich die Kammer bisher in jedem Fall. Zuletzt 2015, als es um Bill Cosbys Stern ging. 

Ihre Begründung veröffentlichte die Kammer als Reaktion auf den Vandalismus an Trumps Stern auf der Webseite walkoffame.com: Man wolle die positiven Beiträge der Geehrten feiern. Welche politische Einstellung, Überzeugungen oder Fehlverhalten ein Prominenter auch zeige – Sterne würden als Teil des „historischen Gewebes“ des Walk of Fame nicht entfernt werden.

Dem Stadtrat allerdings reicht diese Erklärung nicht –  seine Forderung geht sogar noch weiter: Die Kammer sollte mehr als nur Trumps Stern  entfernen und generell neue Maßstäbe dafür ansetzen, wer überhaupt so ein Denkmal bekomme. Schließlich sei es spätestens seit der #MeToo-Bewegung nicht mehr mit dem Zeitgeist vereinbar, Männer auf dem Walk of Fame auszuzeichen, die sich bewiesenermaßen mit sexueller Belästigung strafbar gemacht haben.

lath

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