Der Trevi-Brunnen ist einer der beliebtesten Touristen-Spots in Rom.

Der Trevi-Brunnen ist einer der beliebtesten Touristen-Spots in Rom.

Foto: Gregorio Borgia / dpa

An Touristen-Spots ein gutes Foto von sich mit dem besten Blick auf die jeweilige Attraktion zu ergattern, ist nahezu unmöglich. Der Grund (für alle, die es im letzten Satz überlesen haben): die anderen Touristen. Ja, es gibt da auch noch andere Menschen, die von diesem Spot gehört haben und die nun mit genau dem gleichen Wunsch von dem einen Foto versuchen, möglichst geschickt vor der Attraktion zu posieren. Man ist eben nicht alleine auf dieser Welt.

Das sollte man eigentlich wissen, denkt man. Und daher das Foto entweder gleich sein lassen oder eben in Kauf nehmen, dass da noch die ein oder andere Person im Hintergrund zu sehen ist. Denkt man. Was jetzt aber am Trevi-Brunnen in Rom passiert ist, beweist das Gegenteil: Eine 19-jährige Niederländerin und eine 44-jährige Amerikanerin stritten – zunächst nur mit Worten – heftig um den besten Selfie-Spot vor der Sehenswürdigkeit. Als sich dieses „Problem“ so nicht zu lösen schien, wurden die beiden Frauen handgreiflich – und auch ihre jeweiligen Angehörigen schalteten sich ein. Keine der beiden Familien wollte den perfekten Selfie-Spot aufgeben und so artete das Ganze in eine Schlägerei aus, an der acht Personen beteiligt waren. Erst vier Polizisten haben die Situation beendet.

„Meine Klamotten sind zerrissen, meine Nägel abgebrochen und mein Daumen gequetscht“, erzählt die Mutter der 19-Jährigen der holländischen Nachrichtensendung RTL Nieuws. Laut Nachrichtenagentur Ansa habe sich aber niemand ernsthaft verletzt. 

Auch wenn wir zu der Generation gehören, für die ein Selfie das normalste der Welt ist und die all ihre Erlebnisse auf Instagram mit der Welt teilen, können wir bei solchen Nachrichten nur mit dem Kopf schütteln. Obwohl wir beim Phänomen Instagram-Boyfriend noch über unsere Jagd nach dem perfekten Foto schmunzeln können, sollten wir uns bei solchen Nachrichten vielleicht eher schlecht fühlen. Denn wir bauen mit unserem Social-Media-Verhalten bei manchen Menschen so einen Druck auf, dass sie für das perfekte Instagram-Foto alles tun würden. Nicht wenige bringen sich für das perfekte Selfie (zum Beispiel mit einem wilden Tier, einem heranfahrenden Zug oder vom Dach eines Hochhauses) sogar in Lebensgefahr  – ein Phänomen, dem Wissenschaflter den Namen „Killfie“ gegeben haben.

val

Was die Selfie-Generation sonst noch so macht: