Russischer Politiker will Kritik an der Nationalmannschaft verbieten

Schließlich repräsentieren die Jungs ja das Land.

Vitaly Milonow fiel früher schon mit homophober Hetz auf.

Foto: Dmitri Lovetsky/AP

Für die russische Nationalmannschaft läuft es bei der WM im eigenen Land ziemlich gut. Dem 5:0 Auftaktsieg gegen Saudi-Arabien folgte gestern ein ebenfalls deutliches 3:1 gegen Ägypten. Der konservative Politiker Witali Milonow meint aber wohl, dass das Team trotz der Siege noch mehr Unterstützung braucht.

Er hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der es strafbar machen würde, das russische Team zu kritisieren. Jede verbale Kritik an der Mannschaft soll, so berichtet ESPN, demnach mit einem Busgeld von 10.000 Rubel (umgerechtnet etwa 135 Euro beziehungsweise 156 Dollar) belegt werden.

Er sagt zu seinem Vorschlag: „Diese Jungs repräsentieren das Land. Deswegen gibt es einen großen Unterschied zwischen Humor und Kritik. Wir müssen die beschützen, die uns repräsentieren.“

Man sieht an einem Gesetzesvorschlag wie diesem mal wieder, dass es nicht unbedingt positive Veränderungen gibt, wenn ein großes Sportereignis in Ländern mit fragwürdiger Menschenrechtslage stattfindet. Es heißt zwar oft: Wenn die Weltöffentlichkeit wegen der WM oder den Olympischen Spielen erst einmal hinschaut, geraten die Autokraten unter Druck. Milonows Vorschlag deutet eher auf das Gegenteil hin: Die Öffentlichkeit schaut hin, also soll sie bitteschön auch ein möglichst tolles Russland zu sehen bekommen. (Mehr zu „Putins WM“ im Podcast „Steilvorlage“ von SZ.de)

Vitaly Milonow machte in der Vergangenheit übrigens schon mit anderen fragwürdigen Aussagen Schlagzeilen. In Russland darf man laut Gesetz seit 2013 Kinder nicht mehr über Homosexualität aufklären. Er war einer der treibenden Kräfte hinter diesem Gesetz und sagte dazu: „Ein Kind erfährt psychische Gewalt, wenn es zwei sich küssende Mütter sieht, oder besser gesagt, eine Mutter, die ihre perverse Freundin küsst“.

nkap

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