Am Mittwoch hat die World Surf League (WSL) angekündigt, ab 2019 gleiche Preisgelder für Frauen und Männer auszahlen zu wollen. Und das nicht nur bei den richtig großen Wettbewerben, sondern bei jeder Veranstaltung, die von der WSL (mit)kontrolliert wird.

Was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, macht die WSL  quasi zum Vorreiter der Sportwelt in Sachen Gleichberechtigung von Mann und Frau. Die WSL ist damit nämlich der erste globale Sportbund mit Sitz in den USA, der gleiche Bezahlung bei unterschiedlichen Geschlechtern einführt. Auch in Deutschland sind die Unterschiede groß, allen voran die Bezahlung im Fußball.

Die WSL reagiert mit der Änderung auf die Empörung, die ein Bild von zwei jungen Surfern im Juni ausgelöst hatte. Die beiden hatten den Ballito-Pro-Surf-Contest für unter 18-Jährige gewonnen, beide am Willard Beach in Südafrika zu gleichen Bedingungen. Der einzige Unterschied: Die junge Südafrikanerin Zoe Steyn ist eine Frau, der Indonesier Rio Waida ein Mann. Das brachte ihm letztendlich das doppelte Preisgeld ein: Er bekam 8000 Südafrikanische Rand für seinen Sieg, sie nur 4000 für ihren.

Tausende Menschen weltweit beschwerten sich daraufhin, das Bild ging um die Welt. Die fast einstimmige Meinung in den sozialen Netzwerken: Ungleiche Bezahlung für gleiche Leistung ist purer Sexismus, die Sportverbände müssten sich endlich an eine inzwischen weithin emanzipierte Gesellschaft anpassen.

Die Begründung für die unterschiedliche Vergütung der beiden Sportler, die Sponsor Billabong, der Veranstalter Ballito Pro und die WSL gaben, war, dass sich das Preisgeld danach berechne, wie viel Konkurrenz sich angemeldet habe. Anscheinend melden sich deutlich weniger Frauen als Männer zu solchen Contest an – sie hätten es dadurch leichter, einen ersten Platz zu machen.

Trotzdem gaben der Veranstalter Ballito Pro in der Diskussion mit seinen Followern schließlich nach und bat die WSL, das Konzept noch einmal zu überdenken. Nachdem der Bund das nun tatsächlich getan hat, sagte WSL CEO Sophie Goldschmidt in einem Statement: „Das ist ein riesiger Schritt nach vorne in unserer langgeplanten Strategie, Frauen-Surfing mehr wertzuschätzen. Wir freuen uns sehr darauf, dieses Versprechen in der nächsten Saison einzulösen.“

Erste Surfer reagieren darauf bereits euphorisch, darunter auch Star-Surfer Kelly Slater. Er schreibt auf Instagram, dass dies ein erster wichtiger Schritt sei – nicht nur für die Frauen in der Sportwelt, sondern auch für alle anderen Frauen, die weltweit noch darauf warteten, für die gleiche Arbeit endlich genau so gut bezahlt zu werden wie Männer.

lath

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