Auf der amerikanischen Webseite der Lyoner Kunsthochschule „École Émile Cohl“ tauchte eine modifizierte Version eines Jahrgangsfotos auf. Studenten fanden zufällig ihr Foto, das bei einem Besuch in einer Galerie entstanden ist, und entdeckten, dass die Hautfarbe einiger Kommilitonen darauf dunkler dargestellt wurde. In einem Twitter-Thread wirft eine ehemalige Studentin daraufhin der Kunst-Uni „Blackwashing“ vor.

Das Foto sei Teil einer ziemlich missglückten PR-Aktion, mit der die Schule sich in den USA als offenen und vielfältigen Ort präsentieren wollte, an dem Kunst „völlig unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder finanzieller Umstände“ vermittelt werde. Das, schreibt Kelsi auf Twitter, habe auf der amerikantischen Webseite, auf der auch das Foto verwendet wurde, gestanden. Sie selbst aber habe in ihrem Jahr an der Lyoner Privatschule genau das Gegenteil erlebt und rät in ihrem Thread von einem Studium dort ab.

Das modifizierte Foto wurde inzwischen von der Seite gelöscht und die amerikanische Seite der Schule vorübergehend offline genommen. Zahlreiche Twitter-Nutzer hatten aber bereits Screenshots davon veröffentlicht und mit dem Originalbild gegengeschnitten. Auf dem unbearbeiteten Foto, das die Kunsthochchule übrigens selbst auf Twitter veröffentlicht hat, ist nämlich zu sehen, dass in dem abgebildeten Jahrgang tatsächlich nur weiße Studenten waren.

In einer Mitteilung, die die Kunst-Uni auf ihrer französischen Webseite veröffentlichte, erklärt sie, dass das Foto ohne ihr Wissen und Einverständnis von einer amerikanischen Kommunikationsagentur modifiziert und veröffentlicht worden sei. Da die Schule plane, in den nächsten vier Jahren einen Ableger in den USA, genauer in Los Angeles, zu eröffnen, habe sie die Agentur damit beauftragt, auf einer Website für ein Studium an der geplanten „Emile Cohl Art Academy“ zu werben.

Den Vertrag mit der Agentur habe sie aber inzwischen gekündigt und die Seite gelöscht. Außerdem habe die Uni sich bei den betroffenen Studenten auf dem Foto entschuldigt und versichert allen, die der Uni in irgendeiner Form verbunden sind: „Wir haben es nicht nötig, Fotos zu fälschen, um zu zeigen, dass unsere Schule offen ist für die Welt, so wie sie ist.“

val

Es gibt aber auch das gegenteilige Phänomen, Whitewashing: