Harvards neue Erstsemester sind erstmals nicht mehrheitlich weiß

Hat ja auch nur 381 Jahre gedauert.

So war man es in Harvard gewohnt: Bisher waren die Studierenden mehrheitlich weiß. Über die Hälfte der nächsten Erstsemester kommt nun allerdings aus einer Minderheit.

Credits: Matt Campbel / dpa

Das erste Mal seit dem 381-jährigen Bestehen der amerikanischen Elite-Uni Harvard wird die Mehrheit der neuen Erstsemester nicht weiß sein. 50,8 Prozent der zukünftigen Harvard-Absolventen kommen demnach aus afroamerikanischen, asiatischen, lateinamerikanischen oder hawaiianischen Familien, sowie aus Familien mit amerikanischen Ureinwohnern. Eine Revolution für die rennomierte Privatuniversität. 

Die Nachricht wurde kurz nach den angeblichen Vorwürfen der amerikanischen Regierung bekannt, Harvard und andere Universitäten würden weiße Bewerber absichtlich nicht zum Studium zuzulassen, um mehr Minderheiten einen Studienplatz zu ermöglichen. Laut der New York Times würde die Regierung nun eine Untersuchung der betroffenen Institutionen einleiten.

Die Regierung dementierte dies allerdings. Sie beteuerte, die Vorwürfe kämen von einer Gruppe asiatischer Amerikaner, die Beschwerde gegen einige Universitäten eingelegt hatten. Diese hätten auf Grund von „Rassen-Quoten“ asiatische Bewerber absichtlich aussortiert. Dem wolle man nun nachgehen. 

Damit jeder die Chance auf ein Studium in Harvard hat, hat die Uni vor einigen Jahren begonnen, die Studiengebühren an das Einkommen der Eltern anzupassen. Laut Aufschlüsselung der Uni Harvard müssen Familien, die ein Jahreseinkommen von unter 65.000 US-Dollar haben, nichts bezahlen. Zum Vergleich: Ein Jahr in Harvard kostet einen Studierenden rund 47.000 US-Dollar ­– kommen Verpflegung, Miete und Versicherung hinzu, schätzt die Uni die Kosten sogar auf 76.000 US-Dollar. Bei Studierenden, deren Eltern über 65.000 US-Dollar jährlich verdienen, würden die Gebühren dem entsprechenden Einkommen angepasst.

mad

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